Stadtohr

Stadtrundgang Bautzen · Station 12 von 16

Rathaus Bautzen

1213 (erstes Rathaus) · rathaus, sechsstädtebund, turm, stadtbrand

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rathaus, zwischen Hauptmarkt im Süden und Fleischmarkt im Norden. Der erste feste Ratssitz an dieser Stelle geht auf einen Erlass des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl zurück, der Bautzen erlaubte, hier ein sonderlich stattliches steinernes Haus zu errichten. Das erste Rathaus entstand 1213. Fast nichts davon ist erhalten. Das Gewölbe im unteren Stockwerk diente vermutlich zunächst als Kaufhaus für Tuchmacher, damals die reichsten Kaufleute der Stadt. 1284 zogen sie in das neu errichtete Gewandhaus auf der anderen Seite des Hauptmarktes, weil der Platz nicht mehr reichte. Seit der Gründung des Oberlausitzer Sechsstädtebundes 1346 war das Rathaus dessen Sitz, und Bautzen war die Hauptstadt des Bundes. Auch hier gärte es. In den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts kam es in Bautzen mehrfach zu Handwerkeraufständen. Die Aufständischen bildeten 1405 einen neuen Rat. König Wenzel IV. kam 1408 nach Bautzen und ließ 18 Rädelsführer enthaupten. Nun zum Turm, der mehrfach zerstört wurde. 1489 wurde sein Grundstein gelegt, vollendet war er am 21. August 1493. 1525 kam die erste Turmuhr hinein, 1582 trug man die Spitze ab, um ihn um ein Stockwerk zu erhöhen. Beim großen Stadtbrand 1634 wurden Turm und Uhr zerstört. Bis 1644 baute man ihn wieder auf, 1660 riss ein Sturm den oberen Teil herunter, bis 1663 wurde er erneut rekonstruiert. Nach dem Rathausbrand von 1704 entstand beim Wiederaufbau die dreistöckige Turmhaube, die noch heute besteht. Zwischen 1729 und 1732 baute man das Rathaus nach Plänen von Johann Christoph von Naumann um. Es erhielt seine heutige Gestalt, mit größeren Fenstern, einem ausgebauten oberen Stockwerk und auf der Nordseite dem Treppenhaus mit der barocken Doppeltreppe. Die Südseite bekam erst 1863 ihre Pilasterarchitektur. Schauen Sie an der Südseite des Turms nach oben. Rechts neben der obersten Uhr springt ein dunkler Stein hervor, der einen Türkenkopf mit Turban darstellt. Nach der Sage wurde er zur Erinnerung an die 1683 heranrückenden Truppen der Türken dort eingemauert, die dann aber schon bei Wien besiegt wurden. Und vor dem Rathaus, auf dem Brunnen am Hauptmarkt, steht der Ritter Dutschmann. Von 1864 bis 1985 stand seine Statue auf einem Sockel an der Südfassade.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rathaus, zwischen Hauptmarkt und Fleischmarkt. Das erste Rathaus entstand 1213. Seit 1346 tagte hier der Oberlausitzer Sechsstädtebund. Seine heutige Gestalt erhielt das Haus zwischen 1729 und 1732 nach Plänen von Johann Christoph von Naumann.

Für Kinder

Das Rathaus hatte einen Turm, der oft kaputtging. 1634 zerstörte ihn ein Stadtbrand, 1660 riss ein Sturm die Spitze herunter, 1704 brannte das Rathaus noch einmal. Jedes Mal baute man ihn wieder auf. Schau an die Südseite des Turms, rechts neben der obersten Uhr. Dort steckt ein dunkler Stein in der Wand, der einen Kopf mit Turban zeigt. Die Sage sagt: Er erinnert an die Türken, die 1683 heranrückten. Und vor dem Rathaus steht auf dem Brunnen der Ritter Dutschmann. Siehst du ihn?

Quellen

Koordinaten: 51.1816, 14.4238 · auf der Karte

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