Stadtohr

Stadtrundgang Bautzen · Station 11 von 16

Dom St. Petri

1213 · simultankirche, dom, konfession, turm

Ausführlich

Sie stehen vor dem Dom St. Petri am Fleischmarkt, gegenüber dem Rathaus. Er ist das höchste Bauwerk der Stadt und der älteste Kirchenstandort der Oberlausitz. Schon um das Jahr 1000 ließ Graf Eido von Rochlitz an der Stelle eine erste Pfarrkirche errichten. Die Gründung des Kollegiatstifts datiert eine Quelle nach 1213, laut Georg Fabricius, wahrscheinlich aber erst um 1217/18. Wikidata nennt 1213. Ich nenne die ältere Angabe, 1213, und sage dazu, dass es zwei gibt. Am 24. Juni 1221 wurde der Chor geweiht, das Westportal stammt noch aus dieser Zeit. 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt, 1456 bis 1463 kam ein viertes Schiff an der Südseite dazu. Nach dem großen Stadtbrand von 1634 wurde das Innere barock gestaltet, 1664 bekam der Turm eine Barockhaube. Nun das Besondere. Nach der Reformation wurde der Dom 1524 de facto Simultankirche, römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch. Er war damit die erste Simultankirche Deutschlands. Nach langen Streitigkeiten schlossen der Rat und das Domstift 1543 einen ersten Vertrag. Der Chor wurde dem katholischen, das Langhaus dem evangelischen Gottesdienst zugewiesen. Die Grenze verlief am Lettnergitter. Heute hat jeder Teil seine eigene Orgel, beide sind klanglich aufeinander abgestimmt. Die evangelische Orgel von 1910 baute die Firma Eule in Bautzen, mit 62 Registern, die Empore und den Prospekt entwarf Fritz Schumacher. Im katholischen Teil stehen der Hochaltar von 1713 und das Kruzifix von Balthasar Permoser. Im evangelischen Teil sind der Abendmahlsaltar von 1640 und die Fürstenloge von 1674 hervorzuheben. Auch die Glocken sind geregelt: Alle fünf gehören der evangelisch-lutherischen Domgemeinde. 1921 wurde das Bistum Meißen mit Sitz in Bautzen wieder errichtet, der Dom war nun Kathedrale. Seit der Verlegung des Bischofssitzes nach Dresden 1980 ist er Konkathedrale. Schauen Sie den Bau entlang: Er hat einen stark ausgeprägten Achsenknick. Keine der Erklärungen gilt als sicher. Und an der Längsseite sieht man, dass offenbar ein zweiter Turm vorgesehen war. Der Turm ist 83 Meter hoch. Nach 238 Stufen erreicht man das Aussichtsgeschoss in etwa 53 Metern Höhe. Auf dem Turm wohnt noch ein Türmer, der seine Einkäufe mit einem außenliegenden Aufzug hochzieht. Eine alte Regel in Bautzen sagt: Wenn der Dom orgelt, zieht schlechtes Wetter auf. Gemeint ist das heulende Windgeräusch am Turm.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Dom St. Petri am Fleischmarkt, gegenüber dem Rathaus. Er ist eine der größten Simultankirchen Deutschlands und das höchste Bauwerk der Stadt. Katholiken und Lutheraner nutzen ihn gemeinsam, seit 1524 de facto. Sein Turm ist 83 Meter hoch.

Für Kinder

Dieser Dom ist etwas ganz Besonderes. Zwei Gemeinden beten in derselben Kirche: Die Katholiken sind im Chor, die Evangelischen im Langhaus. Seit 1524 ist das so, und es war die erste Kirche dieser Art in Deutschland. Der Turm ist 83 Meter hoch. Oben wohnt noch ein Türmer, der seine Einkäufe mit einem Aufzug außen am Turm hochzieht. Die Bautzener sagen: Wenn der Dom orgelt, kommt schlechtes Wetter. Dann heult der Wind im Turm. Hast du schon mal Wind heulen gehört?

Quellen

Koordinaten: 51.1824, 14.4237 · auf der Karte

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