Stadtohr

Stadtrundgang Bautzen · Station 2 von 16

Lauenturm

1400 · stadtbefestigung, tortürme, gefängnis, sage

Ausführlich

Sie stehen am Lauenturm, am südlichen Rand der Altstadt, westlich der Inneren Lauenstraße, die von der Friedensbrücke zum Rathaus führt. Er wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut, von 1400 bis 1403, und ist der älteste der städtischen Tortürme. Seinen Namen hat er vom Löwen, dem Wappentier des Königreiches Böhmen. Löwe hieß einst Leu. Wer Bautzen in Richtung Böhmen verließ, musste das Lauentor durchqueren. Eine Sage erzählt es anders: In der Lauengasse habe einst eine Wildnis geherrscht, mit gewaltigen Bäumen und wilden Tieren, darunter Löwen, und die Gasse sei zuerst Leuengasse genannt worden. Nun zu den Steinen. Der Bautzener Landvogt hatte sie eigentlich für den Bau eines Ortenburgturmes bestimmt. Zwischen Stadt und Burg gab es immer wieder Spannungen, und besonders die Zünfte fühlten sich von diesem Vorhaben bedroht. Als der Landvogt abwesend war, beschlagnahmte der Stadtrat die Steine und begann mit dem Bau des Lauenturmes. Der Landvogt protestierte später in Prag. Die Stadt entkräftete das mit der Aussage, der Turm diene dem Wohl der Stadt und damit dem Wohl der böhmischen Krone. Schauen Sie auf die Gestalt: klotzig und viereckig. Daran erkennt man sein Alter, denn spätere Türme erhielten meist runde Formen, damit Geschosse besser abgleiten konnten. Die Mauer ist drei Meter dick. Zugänglich war der Turm nur vom Wehrgang aus. Davor lag ein Vorbau aus vier Einzeltoren, davor der Stadtgraben. Hier begann der Graben, der die östliche Stadtseite umgab, der westliche Teil war durch das steile Gelände gesichert. An dieser Nahtstelle waren Belagerungen besonders gefährlich, deshalb gehörte der Lauenturm zu den wichtigsten Verteidigungsbauwerken. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde er zum Hochsicherheitsgefängnis, umgangssprachlich Der Preuße. Von 1615 bis 1865 läutete die Stundenglocke im Turm bei jeder Hinrichtung als Armesünderglocke. Das Lauentor wurde zwischen 1827 und 1858 etappenweise abgetragen. An der Südseite steht das sechs Meter hohe Reiterstandbild des sächsischen Königs Albert I., 1913 enthüllt.

Kurzfassung

Sie stehen am Lauenturm, einem Teil der Bautzener Stadtbefestigung. Er wurde zwischen 1400 und 1403 als Wehrturm des Lauentores gebaut und ist der älteste der städtischen Tortürme. Der Name geht auf den böhmischen Löwen zurück. Bei Führungen kann man ihn besteigen.

Für Kinder

Dieser Turm wurde zwischen 1400 und 1403 gebaut. Er gehörte zu einem Stadttor. Sein Name kommt vom Löwen auf dem Wappen von Böhmen. Früher sagte man für Löwe auch Leu. Die Steine waren eigentlich für die Burg bestimmt. Aber der Stadtrat nahm sie weg, als der Landvogt nicht da war, und baute damit diesen Turm. Später war im Turm ein Gefängnis. Es hieß Der Preuße. Schau dir die Form an. Ist der Turm rund oder eckig? Er ist eckig, und das zeigt, dass er sehr alt ist. Die späteren Türme baute man meistens rund.

Quellen

Koordinaten: 51.1802, 14.4235 · auf der Karte

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