Willkommen in Bautzen, auf Obersorbisch Budyšin. Wir beginnen bei einer Einrichtung, die zeigt, was diese Stadt ausmacht. Bautzen liegt an der Spree in Ostsachsen und hat rund 38.000 Einwohner. Es ist die zweitgrößte Stadt der Oberlausitz und deren historische Hauptstadt. Die Stadt gilt als das politische und kulturelle Zentrum der Sorben. Erstmals erwähnt wurde sie im Jahr 1002 als civitas Budusin, Hauptort des sorbischen Stammes der Milzener. Das Sorbische Institut erforscht Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben in der Ober- und Niederlausitz. Eine Quelle nennt zwei Gründungsdaten. Am 1. Mai 1951 wurde es als Institut für sorbische Volksforschung gegründet, zum 1. Januar 1992 wurde es unter dem Namen Sorbisches Institut mit neuer Rechtsform neu gegründet. Wikidata nennt 1992. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe, 1951, und sage dazu, dass es zwei gibt. Gründungsdirektor war Pawoł Nowotny. Die Gründung geschah im Rahmen der Minderheitenpolitik der DDR, die den Sorben erstmals ein umfassendes Recht auf Schutz und Förderung ihrer Sprache und Kultur einräumte. Das Institut knüpfte an die Maćica Serbska an, eine 1847 in Bautzen gegründete wissenschaftliche Gesellschaft. Das NS-Regime verbot sie 1937, ihre Bestände wurden konfisziert und größtenteils zerstreut. Ein Teil konnte nach 1945 wieder zusammengeführt werden. Daraus wuchsen zwei Sammlungen. Die Sorbische Zentralbibliothek wurde 1949 aus den geretteten Restbeständen der Maćica-Bibliothek aufgebaut. Sie sammelt alles, was auf Sorbisch erscheint oder die Sorben betrifft, und erfüllt damit eine Aufgabe, die der einer Nationalbibliothek vergleichbar ist. Ihr Bestand umfasste 2024 etwa 110.000 Medieneinheiten vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Das Sorbische Kulturarchiv bewahrt Archivgut, das nicht von staatlichen Archiven übernommen wird: Nachlässe sorbischer Persönlichkeiten, die Akten der Domowina bis 1989, Fotografien, Karten und Plakate. 2024 waren es rund 685 laufende Meter. Beide stehen der Öffentlichkeit offen. Aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt übrigens der Sorbische Bürgereid, das älteste Schriftzeugnis in obersorbischer Sprache. Das Institut gibt seit 1952 die Fachzeitschrift Lětopis heraus.
Sie stehen vor dem Sorbischen Institut in Bautzen. Es erforscht Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben in der Ober- und Niederlausitz. Gegründet wurde es am 1. Mai 1951, seit 1992 trägt es seinen heutigen Namen. Zu ihm gehören eine Zentralbibliothek und ein Kulturarchiv.
Willkommen in Bautzen. Die Stadt heißt auf Sorbisch Budyšin. Hier ist das Zentrum der Sorben, eines Volkes mit eigener Sprache und Kultur. Das Sorbische Institut erforscht, wie die Sorben leben, was sie erlebt haben und wie ihre Sprache funktioniert. In der Bibliothek des Instituts stehen etwa 110.000 Bücher und andere Medien, auf Sorbisch oder über die Sorben. Kannst du dir vorstellen, wie viele Regale man dafür braucht? Und wie klingt wohl eine Sprache, die du noch nie gehört hast?
Koordinaten: 51.175469, 14.429029 · auf der Karte