Stadtohr

Stadtrundgang Bautzen · Station 5 von 16

Alte Wasserkunst

1558 · wasserversorgung, stadtbefestigung, technisches museum, sage

Ausführlich

Sie stehen an der Alten Wasserkunst, am Rand der Altstadt nahe dem Mühltor, an der Spree. Gemeinsam mit der Michaeliskirche gilt sie als Wahrzeichen der Stadt. Die Aufgabe war die Wasserversorgung, und das Problem war die Höhe. Das Wasser sollte zum Fleischmarkt vor dem Petridom, dem höchsten Punkt der Stadt. Der Sammelbehälter im oberen Teil des Turms musste also höher liegen als der Fleischmarktbrunnen. Er lag auf etwa 224 Metern über NN, rund fünf Meter höher. Ein Wehr unterhalb des Turms staute die Spree an, ihr Wasser trieb ein Wasserrad an, das Rad bewegte eine Pumpenanlage. Sie beförderte zunächst Wasser aus dem Fluss nach oben, später auch aus stadtnahen Quellen. Von dort floss es allein durch die Schwerkraft durch ein System kommunizierender Röhren zu jedem der Wassertröge in der Stadt. Schauen Sie am Turm hoch. Er ist ein steinerner, siebengeschossiger Rundturm, 47 Meter hoch, nach oben verjüngt. Er war zugleich Teil der Stadtbefestigung, deshalb gibt es unten einen Wehrgang. Der Helm sitzt zur Stadt hin exzentrisch auf. So gewann man Raum, um Geschütze aufzustellen. Das angebaute Langhaus war ursprünglich die Wohnung des Wassermeisters. Die heutige Form stammt von 1558, an der Stelle eines hölzernen Vorbaus von 1495/96, der im Winter 1515 niederbrannte. 1597 wurde ein zweites Schöpfwerk eingebaut, 1606 begann man mit der Neuen Wasserkunst, weil der Wasserbedarf stieg. Ab 1798 ersetzte man die morschen hölzernen Rohre durch eiserne aus Lauchhammer. Eine Sage erzählt von der Einweihung des ersten, hölzernen Baus. Aus den Leitungen am Fleischmarkt floss kein Wasser. Der Konstrukteur, in der Sage ein Mönch, floh aus Furcht vor dem Stadtrat auf den Drohmberg. Dort träumte er, in den Röhren sitze ein Frosch. Er kehrte zurück, fand das Tier, und das Wasser floss. Nach einer anderen Version war es eine Ratte. Eine Quelle bezweifelt das und nennt Lufteinschlüsse im Röhrensystem als wahrscheinlichere Ursache. 1965 wurde die Anlage stillgelegt. Heute ist sie ein technisches Museum, und eine Wasserturbine gewinnt aus der Kraft der Spree in kleinem Umfang Strom. Die Aussichtsplattform erreichen Sie vom Keller aus über 184 Stufen.

Kurzfassung

Sie stehen an der Alten Wasserkunst an der Spree. Der siebengeschossige, 47 Meter hohe Rundturm wurde 1558 in seiner heutigen Form gebaut und versorgte die Stadt mit Trinkwasser. Seit 1965 ist er außer Betrieb und ein technisches Museum.

Für Kinder

Dieser Turm hat Wasser in die Stadt gebracht. Die Spree trieb ein Wasserrad an, und das Rad trieb eine Pumpe an. Sie pumpte das Wasser in den Turm hinauf, in einen großen Behälter ganz oben. Von dort lief es durch Röhren zu den Wassertrögen in der Stadt, ganz ohne Strom, nur durch die Schwerkraft. Der Turm ist 47 Meter hoch. Eine Sage erzählt: Beim ersten Mal kam kein Wasser an. Ein Frosch saß in den Röhren, sagt die Sage. Glaubst du das? Eine Quelle glaubt eher, dass Luft in den Röhren steckte.

Quellen

Koordinaten: 51.180666666, 14.420647222 · auf der Karte

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