Sie stehen vor dem Schlenkerla. Dieses Haus ist die bekannteste Rauchbierbrauerei Deutschlands, und sein Name ist eine Krankengeschichte. Fangen wir beim Gebäude an. Zum blauen Löwen hieß es, und erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1405. Damals lag der Besitz rund um die Klosterkirche der Dominikanermönche in der Hand der Familie Zollner. Der Büttner Asmus Schneider war 1538 vermutlich der erste Eigentümer, der hier eine Gaststätte und eine Brauerei einrichtete. Büttner, das ist der Fassmacher; das Handwerk gehört zu diesem Haus wie das Bier. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Anwesen fast vollständig zerstört. 1649 kaufte Jakob Stengel die Ruine und begann mit dem Wiederaufbau. Dann die Reihe der Besitzer, die man als Geschichte eines Gewerbes lesen kann. 1714 musste Georg Zimmermann wegen Misswirtschaft Konkurs anmelden. Johann Peter Hirsch, Unterschultheiß des St.-Georgen-Viertels, erwarb das Anwesen samt Braurecht. 1738 kaufte Johann Wolfgang Heller die Brauerei und gab ihr den Namen Hellerbräu, der bis heute gilt. Er eignete sich außerdem einen Felsenkeller auf dem Kaulberg an und vererbte ihn mit Feld und Garten seiner Tochter; sein Enkel Josef Heller kaufte den Keller 1797 zurück. Mit Konrad Graser begann 1866 eine neue Ära, und in den Händen seiner Nachkommen ist die Brauerei noch heute. Und nun der Name. Konrads Sohn Andreas Graser war von 1875 bis zu seinem Tod 1905 Braumeister. Überlieferungen zufolge gingen ihm beim Ausladen der Fässer vom Karren die Pferde durch. Er wurde vom Fuhrwerk erfasst und verletzt. Seitdem musste er die Verletzung beim Gehen mit dem Schlenkern der Arme ausgleichen. Eine Bamberger Reimchronik fasst es so: Weil er gern mit seinen Armen ein wenig geschlenkert hat, drum haben sie ihn Schlenkerla getauft, aus Übermut und Spott. Ein Spitzname aus Spott wurde zum Markenzeichen. Michael Graser übernahm 1906, erweiterte den Felsenkeller am Oberen Stephansberg, baute die Sommerwirtschaft aus, pachtete 1926 die Dominikanerklause für die Gaststätte und ließ 1936 ein Sudhaus und eine Flaschenabfüllanlage errichten. Nach seinem Tod 1943 führten seine Witwe Margarete und seine Tochter Elisabeth die Brauerei durch die letzten Kriegsjahre. Zum Bier selbst. Das Aecht Schlenkerla Rauchbier ist ein dunkles, untergäriges Märzenbier und wird traditionell in einem Eichenholzfass gelagert. Für Rauchbier und Lager verwendet die Brauerei dieselben Kupferkessel und dieselbe Hefe, weshalb auch das Lager einen leisen Rauchgeschmack hat. Der Rauch kommt vom Darren des Malzes über Holz: über Buche, beim Doppelbock Eiche über Eichenholz, beim Rotbier Weichsel über Kirschholz, beim Schwarzbier Erle über Erlenholz. Dass Bier hier Handwerk mit Jahrhunderten im Rücken ist, sehen wir später noch einmal, oben auf dem Michelsberg.
Sie stehen vor dem Schlenkerla, einer historischen Brauereigaststätte. Das Gebäude Zum blauen Löwen wurde 1405 erstmals urkundlich erwähnt. Heute ist es die bekannteste Rauchbierbrauerei Deutschlands. Den Namen trägt sie nach einem Braumeister, der nach einem Unfall mit den Armen schlenkerte.
Hier wird Bier gebraut, und das schon sehr lange: Das Haus wurde 1405 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Das Besondere ist der Geschmack. Das Getreide für das Bier wird über einem Holzfeuer getrocknet, deshalb riecht und schmeckt es nach Rauch, fast wie geräucherter Schinken. Der Name Schlenkerla kommt von einem Braumeister. Beim Abladen der Fässer gingen ihm die Pferde durch, der Wagen erfasste ihn, und danach schlenkerte er beim Gehen mit den Armen. Die Leute lachten und gaben ihm diesen Namen. Jetzt heißt die ganze Brauerei so.
Koordinaten: 49.891666666, 10.884722222 · auf der Karte