Stadtohr

Stadtrundgang Bamberg · Station 3 von 16

Residenzschloss Geyerswörth

1313 · stadtschloss, renaissance, fürstbischof

Ausführlich

Sie stehen vor dem Residenzschloss Geyerswörth. Dieses Haus hat zweimal den Besitzer gewechselt, und beide Male wechselte damit auch seine Aufgabe. Zuerst der Name, denn er gehört einer Familie. Die Geyer waren Patrizier aus Nürnberg. 1313 errichteten sie hier ein Stadtpalais und gaben dem Ort damit seinen heutigen Namen. Dann kam das Hochstift. Schon unter Fürstbischof Veit II. von Würtzburg begannen Teilaufkäufe, und 1580 fiel das Gelände wie auch das Schloss der Familie Geyer an das Hochstift Bamberg. 1585 und 1586 siedelte die Familie nach Nürnberg über und überließ das Gebäude dem damaligen Fürstbischof Ernst von Mengersdorf. Der baute daraus das Haus, vor dem Sie stehen. Mengersdorf ließ das Anwesen der Geyer umbauen und errichtete, unter Einbeziehung des Altbaus, das heutige Schloss im Stil der Renaissance. Als Bauherr gilt er; sein Wappen sitzt außen an der Südwestseite. Suchen Sie es. Und wenn Sie in den Innenhof gehen: Am Brunnen dort ist das Wappen eines anderen Fürstbischofs zu sehen, Marquard Sebastian Schenk von Stauffenbergs. Wappen sind an solchen Häusern die Unterschrift des Bauherrn. Von einem Teil der Anlage ist fast nichts übrig. Fürstbischof Johann Georg I. Zobel von Giebelstadt, der von 1557 bis 1580 regierte, ließ südlich des Schlosses einen Park anlegen. Den gibt es nicht mehr. Davon zeugt nur noch das Gärtnerhaus in Massiv- und Fachwerkkonstruktion, das heute als Studentenwohnheim im Mühlviertel genutzt wird. Ein Parkhaus ohne Park. Das Schloss war Stadtsitz der Fürstbischöfe und wohl bis zum Ende der Bauarbeiten an der Neuen Residenz deren Hauptsitz. Als die Bauten am Domberg fertig waren, zogen die Bischöfe hinauf, und dieses Haus wurde großteils Verwaltungsgebäude. Das ist es im Kern geblieben: Heute nutzen es Behörden der Stadt Bamberg. Eine letzte Beobachtung für den Blick nach oben. An der Nordseite stürzten in den 1740er Jahren die beiden Renaissancegiebel ein. Erst dadurch erhielt das Gebäude sein heutiges Aussehen. Was Sie also für die Form des 16. Jahrhunderts halten könnten, ist in Wahrheit die Folge eines Schadens.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Residenzschloss Geyerswörth, einem ehemaligen Stadtschloss. 1313 errichtete die Patrizierfamilie Geyer aus Nürnberg hier ein Stadtpalais und gab dem Ort seinen Namen. Später wurde es Stadtsitz der Fürstbischöfe. Heute nutzen es Behörden der Stadt Bamberg.

Für Kinder

Das war einmal ein Schloss mitten in der Stadt. Zuerst gehörte es einer reichen Familie aus Nürnberg, der Familie Geyer. Sie baute hier 1313 ein großes Haus, und davon hat der Ort seinen Namen. Später zog die Familie weg, und der Bischof von Bamberg übernahm das Haus. Er baute es um und wohnte darin, bis oben am Dom sein neues Schloss fertig war. Suche an der Außenwand ein Wappen aus Stein. So ein Wappen ist wie eine Unterschrift: Es sagt, wer hier gebaut hat. Heute arbeiten in dem Haus Leute von der Stadt.

Quellen

Koordinaten: 49.8912, 10.8878 · auf der Karte

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