Sie stehen vor dem E.T.A. Hoffmann-Haus. Das Haus ist an der Straßenfront nur etwa dreieinhalb Meter breit. Merken Sie sich diese Zahl, denn sie erklärt, warum dieses Museum so ist, wie es ist. Zuerst die Tatsachen. E.T.A. Hoffmann, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, lebte von 1776 bis 1822. Knapp fünf Jahre davon verbrachte er in Bamberg, vom 1. September 1808 bis zum 21. April 1813. Am 1. Mai 1809 bezog er die beiden obersten Geschosse des Hauses Zinkenwörth Nummer 50, das heute Schillerplatz 26 heißt. 1908 wurde hier eine Gedenktafel angebracht. Am 6. April 1930 eröffnete eine lose Gruppe von Hoffmann-Freunden ein Museum. Am 14. Juni 1938 wurde in Bamberg die E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft gegründet. Nun das Problem, das jede Gedenkstätte hat. Eingerichtet wurde das Museum unter dem Thema E.T.A. Hoffmann in Bamberg. Der Gründer, der Psychologe und Verleger Wilhelm Ament, legte dafür eigene Sammlungen an: Erstausgaben und andere Ausgaben, Literatur über Hoffmann, Autographe, Graphiken, Fotos. Diese Sammlungen gab man 1958 und 1961 an die Staatsbibliothek Bamberg. Anschließend wollte man das Museum so einrichten, wie es zu Hoffmanns Zeiten ausgesehen hatte. Nur gab es dazu weder Unterlagen noch eine originale Ausstattung. Niemand wusste, wie es hier aussah. Also hat man etwas anderes gemacht und die Räume nicht nach dem Leben, sondern nach den Werken eingerichtet. Ein Spiegelkabinett und eine Anamorphose stimmen auf die vielschichtige Person ein. Ein Zaubergarten nach der Erzählung Der goldene Topf macht Motive und einzelne Zitate durch Anlage und Bepflanzung erfahrbar. In einer Treppennische beschwört ein Papiertheater das Märchen Nußknacker und Mausekönig herauf. Eine nachgebaute Loge mit Dekorationen Karl Friedrich Schinkels steht für die Oper Undine, deren Idee in Bamberg entstand und die als die früheste deutsche romantische Oper gilt. Ein Wahrheitsmikroskop nach der Erzählung Meister Floh macht angeblich die geheimsten Gedanken lesbar. Im Poetenstübchen steht ein historisches Pianoforte, über eine Hörstation erlebbar; es entspricht dem Instrument, mit dem sich Hoffmann als Kapellmeister Johannes Kreisler selbst dargestellt hat. Das Museum erstreckt sich heute über das ganze schmale Haus, einschließlich Rückgebäude und Garten. Betreut wurde es bis 2019 von der Hoffmann-Gesellschaft mit Unterstützung der Stadt; seit 2023 liegt es in der Verantwortung der Museen der Stadt Bamberg, Eigentümerin ist die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg. Seit dem 1. November 2022 ist es für eine mehrjährige Generalsanierung geschlossen, die Wiedereröffnung ist für die Zeit nach 2026 vorgesehen. Wo Hoffmann gearbeitet hat, gehen wir als Nächstes hin.
Sie stehen vor dem E.T.A. Hoffmann-Haus am Schillerplatz 26. Der Schriftsteller, Komponist und Zeichner E.T.A. Hoffmann bezog hier am 1. Mai 1809 die beiden obersten Geschosse. Seit 1930 ist das Haus eine Gedenkstätte. Es ist seit 2022 wegen einer Generalsanierung geschlossen.
In diesem Haus wohnte ein Mann, der Geschichten geschrieben hat, die du vielleicht kennst: Nußknacker und Mausekönig zum Beispiel. Er hieß E.T.A. Hoffmann und zog 1809 in die obersten zwei Stockwerke. Schau, wie schmal das Haus an der Straße ist, nur etwa dreieinhalb Meter. Heute ist darin ein Museum. Niemand wusste mehr, wie Hoffmanns Zimmer aussahen, denn es gab keine Bilder davon. Deshalb haben die Leute die Räume nach seinen Geschichten eingerichtet, mit einem Zaubergarten. Welche Geschichte würdest du in ein Zimmer bauen?
Koordinaten: 49.889911, 10.890881 · auf der Karte