Stadtohr

Stadtrundgang Bamberg · Station 1 von 16

Bamberger Dom

1004 · kathedrale, mittelalter, kaiserdom, welterbe

Ausführlich

Willkommen in Bamberg. Wir beginnen oben, auf dem Domberg, denn hier beginnt auch die Stadt. Sie stehen vor dem Dom St. Peter und St. Georg. Vier Türme, einer der deutschen Kaiserdome, und seit 1923 Basilica minor. Die Geschichte dieses Baus ist die Geschichte eines einzigen Ehrgeizes. Auf dem Domberg siedelten Menschen etwa seit dem Jahr 600, 902 wurde die Babenburg erstmals erwähnt. Geerbt hatte sie Heinrich II. von seinem Vater, Heinrich dem Zänker. Heinrich war als Kind in die Obhut des Bischofs von Freising gegeben worden, besuchte die Domschule von Hildesheim und wurde vom Bischof von Regensburg weiter erzogen. Er war weitaus gebildeter als die meisten Herrscher seiner Zeit, die oft nicht einmal lesen und schreiben konnten. 1002 starb Kaiser Otto III. ohne Erben auf einer Italienreise. Heinrich ließ den Leichenzug auf dem Weg durch Bayern aufhalten, brachte die Reichsinsignien an sich und ließ sich unbemerkt von seinen Gegnern zum König salben. Zwölf Jahre später, 1014, wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Er gründete dieses Bistum also nicht als Kaiser, sondern als König. Die Grundsteinlegung fällt auf 1004, begonnen wurde der Bau wohl schon um 1003, das Bistum erst 1007 gegründet. Dafür musste Heinrich Gebiete aus den Bistümern Würzburg und Eichstätt herauslösen, was kirchenrechtlich nicht zulässig war. Dem Bischof von Würzburg versprach er als Ausgleich, dessen Bistum zum Erzbistum erheben zu lassen, was ebenfalls nicht zulässig war, denn dieses Recht stand allein dem Papst zu. Den Widerstand der Frankfurter Synode von 1007 brach er, indem er die Bischöfe mit Demutsgesten moralisch unter Druck setzte. Am 6. Mai 1012, seinem Geburtstag, wurde der Dom geweiht, in Gegenwart von 45 Bischöfen. Mit einer einzigen Ausnahme waren alle Erzbischöfe des Reiches da. Bei keiner anderen Domweihe des Mittelalters waren so viele Bischöfe anwesend. Der Bau selbst war mit fünfundsiebzig Metern Länge eher bescheiden, der Mainzer Dom hatte 116 Meter, der Speyerer 134. Heinrich starb 1024 und wurde wunschgemäß hier beigesetzt, 1146 wurde er heiliggesprochen. Seine Frau Kunigunde folgte erst 1200. Sie war zu Lebzeiten eine wichtige Beraterin ihres Mannes und nach seinem Tod sechs Wochen lang alleinige Regentin des Reiches; in dieser Zeit setzte sie die Wahl Konrads II. durch. Danach zog sie sich in ein Kloster zurück und widmete sich der Krankenpflege. Noch ein Grab: 1046 wurde der zweite Bamberger Bischof Suidger zum Papst Clemens II. gewählt. Sein Grab hier ist das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen. Schauen Sie sich beim Hinuntergehen die Stadt an. Bambergs Altstadt hat einen der größten weitgehend unversehrt erhaltenen historischen Stadtkerne Deutschlands, etwa 1400 Bau- und Bodendenkmäler, und ist seit 1993 Welterbe der Unesco.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Bamberger Dom St. Peter und St. Georg. Die Grundsteinlegung durch König Heinrich II. fällt auf 1004, der erste Dom wurde 1012 geweiht. Nach zwei Großfeuern folgte 1237 eine erneute Weihe. Der viertürmige Bau gehört zu den deutschen Kaiserdomen.

Für Kinder

Du stehst vor einem Dom mit vier Türmen. Gebaut hat ihn ein König, der später Kaiser wurde: Heinrich der Zweite. 1004 wurde der erste Stein gelegt, 1012 war die Kirche fertig. Bei der Einweihung kamen 45 Bischöfe. So viele waren sonst nie bei einer Domweihe dabei. Zweimal brannte dieser Dom ab, deshalb ist der heutige Bau der dritte. Drinnen liegen Heinrich und seine Frau Kunigunde begraben. Und ein Papst. Es ist das einzige Papstgrab nördlich der Alpen. Am Ende kommen wir hierher zurück, zu einem Reiter aus Stein.

Quellen

Koordinaten: 49.890703, 10.882533 · auf der Karte

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