Stadtohr

Stadtrundgang Bamberg · Station 13 von 16

Fränkisches Brauereimuseum

1986 · museum, bier, handwerk, klosterbrauerei

Ausführlich

Sie stehen am Fränkischen Brauereimuseum. Es ist in den Produktionsräumen der ehemaligen Klosterbrauerei St. Michaelsberg untergebracht, und das macht den Unterschied: Die Ausstellungsstücke stehen dort, wo gearbeitet wurde. Wann hier mit dem Brauen begonnen wurde, ist unklar. Belegt ist eine Urkunde von 1122, aus der hervorgeht, dass der Bamberger Bischof Otto der Heilige dem Vogt von Gestungshausen das Braurecht zugestand, wörtlich eine halbe Fuhre Bier. Es ist davon auszugehen, dass zu dieser Zeit auch in der Klosterbrauerei schon Bier angesetzt wurde. Dafür spricht auch, dass das Kloster eigene Landwirtschaftsflächen hatte, auf denen es zur Selbstversorgung Gerste, Weizen und Hopfen anbaute. Die Mönche bauten also die ganze Kette selbst: Feld, Malz, Kessel, Keller. 1742 begannen nach Plänen Balthasar Neumanns die Bauarbeiten am Prälatsbau, der die Klosteranlage einrahmt. Vier Jahre später weihte Abt Ludwig Dietz den fertigen Nordflügel, in dem auch die Brauerei untergebracht war. Mit der Säkularisation kam der Komplex in die Bürgerspitalstiftung und damit in städtischen Besitz. Das Brauhaus wurde nach der Auflösung des Klosters 1804 an bürgerliche Brauer verpachtet. Die letzten Eigentümer waren die Halbbrüder Georg und Michael Peßler. Michael starb am 13. Januar 1968, Georg nur drei Monate später. 1969 musste der Betrieb eingestellt werden, nach einer fast achthundertfünfzigjährigen Brautradition auf dem Michaelsberg. Und nun der Teil, der von Menschen handelt, die nicht Mönche waren. Zehn Jahre nach dem Ende des Braubetriebs, am 1. Juni 1979, trafen sich 32 Leute zur Gründungsversammlung eines gemeinnützigen Vereins. Ihr Ziel war, die Tradition der Brauer, der Mälzer und der Büttner darzustellen und zu erhalten. Sie trugen Urkunden und Gerätschaften zusammen. Am 1. Mai 1981 gelang es dem Verein, die ehemaligen Brauereiräume zu mieten. Im Juli 1984 begann die Renovierung, und am 3. Mai 1986 wurde das Museum mit einer Sonderausstellung über Bier und Philatelie teileröffnet. Heute hat der Verein etwa 400 Mitglieder, und das Museum zeigt auf 900 Quadratmetern über 1400 Exponate. Die Abteilungen sind nach dem Weg des Bieres geordnet: Sudhaus, Kühlhaus, Gärkeller, Lagerkeller, Filterkeller, Flaschen- und Fassabfüllung, Eiskeller, dazu Mälzerei, Büttnerei und Hopfenkeller. Ergänzt wird das durch Schriftstücke, Urkunden, Emailschilder, Flaschen und Krüge. Es ist eines von vier Museen zum Thema Bier entlang der Fränkischen Bierstraße. Unten in der Stadt haben wir am Schlenkerla gestanden, wo seit Jahrhunderten gebraut wird. Hier oben sehen Sie, wie das gemacht wurde.

Kurzfassung

Sie stehen am Fränkischen Brauereimuseum, untergebracht in der ehemaligen Klosterbrauerei der Benediktiner auf dem Michelsberg. In diesen Räumen wurde seit 1122 Bier gebraut. Auf 900 Quadratmetern sind über 1400 Exponate zu sehen. Teileröffnet wurde das Museum am 3. Mai 1986.

Für Kinder

Hier ist ein Museum über Bier, und es steht in einer echten alten Brauerei. Die Mönche des Klosters haben hier gebraut, vermutlich schon seit 1122. Sie bauten sogar selbst das Getreide und den Hopfen dafür an. 1969 war Schluss, nach fast 850 Jahren. Zehn Jahre später haben 32 Leute einen Verein gegründet, um die alten Geräte zu retten. Sie haben Kessel, Fässer, Flaschen und Schilder zusammengetragen, über 1400 Stücke. Du kannst dem Bier durch alle Räume folgen, so wie es früher gemacht wurde.

Quellen

Koordinaten: 49.8933, 10.8758 · auf der Karte

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