Sie stehen am Kloster Michelsberg. Oben die Kirche, unten die Stadt, und dazwischen tausend Jahre, in denen dieses Haus fast alles war: Abtei, Großgrundbesitzer, Kriegsbeute, Brauerei und Altenheim. Gegründet wurde es 1015, kurz nach dem Bistum, von Eberhard, dem ersten Bischof von Bamberg, als bischöfliches Eigenkloster. Das heißt: Der jeweilige Abt unterstand ausschließlich dem Bischof von Bamberg. Die ersten Mönche kamen aus den Abteien Amorbach und Fulda. Die erste Blüte erlebte das Kloster im 12. Jahrhundert unter Bischof Otto, der hier in der Klosterkirche beigesetzt und 1189 heiliggesprochen wurde. Und nun die Zahl, die das Gewicht dieses Hauses zeigt: Die wirtschaftliche Grundlage war Grundbesitz in 441 Orten des Bistums. Wer so viel besitzt, hat Feinde. 1435 wurde das Kloster im Konflikt mit der Bürgerschaft der Stadt Bamberg geplündert. Es litt im Bauernkrieg von 1525, im Zweiten Markgrafenkrieg und unter der mehrjährigen Besetzung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg. Eine neue Blütezeit folgte im 17. und 18. Jahrhundert. Dann das Ende. Bei der Säkularisation verfügte das Kloster noch über stattlichen Besitz in der Stadt und in nicht weniger als 141 Orten des Umlandes. Am 30. November 1802 beschlagnahmten bayerische Truppen den Besitz. Die Klosterbibliothek ging in die 1803 gegründete Kurfürstliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek Bamberg, die wir in der Neuen Residenz schon gesehen haben. Die 24 verbliebenen Mönche mussten das Kloster verlassen. Es kam in den Besitz der Stadt, und diese verlegte schon im November 1803 auf Bitten der Bürgerschaft die alten Spitäler aus der Innenstadt hierher. Das Bürgerspital besteht heute noch als Seniorenheim. Nun zur Kirche, und hier sollten Sie den Kopf in den Nacken legen, wenn sie offen ist. Die erste Kirche entstand um 1015 und fiel vermutlich 1117 einem Erdbeben zum Opfer. Der heutige Bau ist im Kern romanisch und wurde 1121 eingeweiht. 1610 beschädigte ein Brand ihn, weshalb das Langhaus und der Westbau mit den zwei Türmen so gut wie neu errichtet werden mussten. Bei dieser Gelegenheit entstand das, wofür diese Kirche bekannt ist: eine Decke voller Pflanzen. Vier Maler vollendeten die Komposition 1617. Auf den Decken von Mittelschiff, Seitenschiffen, Querschiff, Vierung und Westempore sind insgesamt 580 Pflanzen gemalt, von Apfel, Birne, Brombeere und Buche bis zu Ananas, Baumwolle, Granatapfel und Tabak. Die Einheimischen nennen das den Kräutergarten oder den Himmelsgarten. Fast alle Pflanzen sind blühend oder Frucht tragend dargestellt, und Fehler sind selten: Lediglich die Blüte der Bohne ist gelb statt weiß gemalt. Nach erheblichen Bauschäden war die Kirche vierzehn Jahre nicht zugänglich; am 25. April 2026 wurde sie mit einem Gottesdienst wiedereröffnet.
Sie stehen am Kloster Michelsberg, einer ehemaligen Benediktinerabtei. Gegründet wurde sie 1015 durch Eberhard, den ersten Bischof von Bamberg. 1803 wurde das Kloster aufgelöst, danach zog ein Spital ein. Ein Seniorenheim befindet sich hier noch heute.
Hier oben stand ein Kloster, gegründet 1015. Mönche lebten darin, und sie waren reich: Dem Kloster gehörte Land in 441 Orten. 1802 nahm der Staat ihnen alles weg, und die letzten 24 Mönche mussten gehen. Danach zogen alte und kranke Menschen ein, und ein Altenheim ist bis heute hier. Das Schönste ist die Kirchendecke. Darauf sind 580 Pflanzen gemalt, Äpfel und Brombeeren, aber auch Ananas und Baumwolle. Die Leute nennen es den Himmelsgarten. Nur ein Fehler ist drin: Die Bohnenblüte ist gelb gemalt, in Wirklichkeit ist sie weiß.
Koordinaten: 49.893611111, 10.877222222 · auf der Karte