Sie stehen vor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, am Eingang der Lichtentaler Allee. Sie gehört zu den ältesten Kulturinstitutionen der Stadt und der Region, und sie hat keine eigene Sammlung. Das gibt ihr große Freiheit im Programm. Gestiftet hat sie der Maler Robert Engelhorn, Sohn eines Mitbegründers der BASF. 1906 stellte er das Projekt einer permanenten Kunstausstellung für Baden-Baden vor. Der Karlsruher Architekt Hermann Billing plante sie 1906 bis 1907 zusammen mit seinem Partner Wilhelm Vittali. Im April 1909 wurde sie in Anwesenheit von Großherzog Friedrich II. mit einer ersten Ausstellung eröffnet. Aus Kostengründen wurde der Entwurf verkleinert: Geplant war eine Zweiflügelanlage, den östlichen Flügel wollte man später bauen. 1927 ging die Kunsthalle in staatliche Obhut über, weil Engelhorn durch die Inflation Vermögen verloren hatte. Schauen Sie auf die Fassade. Dreiecksgiebel, Wandpfeiler mit ionischen Kapitellen und ein Kranzgesims mit Eierstab zitieren die griechisch-römische Antike. Über dem Portal steht die Jahreszahl 1908 in römischen Ziffern. Das hochrechteckige Portal zitiert den Typus griechischer Schatzhäuser in Delphi und variiert das Portal des Erechtheion auf der Akropolis in Athen. Die Architektur nimmt auch Bezug auf Weinbrenners Kurhaus von 1821 bis 1825. Nicht jeder mochte das. Mancher Besucher legte den Verzicht auf Ornamente als Ärmlichkeit aus, andere fühlten sich eher an ein Krematorium erinnert. Heute gilt die strenge Architektur als frühes Beispiel für die Vereinfachung des Jugendstils, wie man sie auch bei Charles Rennie Mackintosh und den Wiener Werkstätten um Josef Hoffmann beobachtet. Zwei Skulpturen von Hermann Binz flankieren die Freitreppe: Personifikationen von Malerei und Bildhauerei. Im Hang vor dem Haus liegt eine Stahlskulptur des Amerikaners Richard Serra, aus zwei quer liegenden Rechtecken, 1978 realisiert. An der Fassade hängt seit 1989 die Lichtinstallation To the People of Baden-Baden von Dan Flavin, aus roten und gelben Leuchtstoffröhren. Seitlich folgt eine Arbeit aus blauen Röhren, die Flavin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kunsthalle als Dank widmete. Seit den späten 1950er Jahren ist die Kunsthalle ein Haus von internationalem Rang. In der Reihe 14 mal 14 hatten von 1968 bis 1973 junge Künstler hier ihre erste Ausstellung, darunter Georg Baselitz, Gerhard Richter, Günther Uecker, Markus Lüpertz und Anselm Kiefer. Seit 2004 ist das Haus über eine gläserne Brücke mit dem Museum Frieder Burda verbunden. Dorthin gehen wir als Nächstes.
Sie stehen vor der Staatlichen Kunsthalle am Eingang der Lichtentaler Allee. Hermann Billing baute sie im späten Jugendstil, 1909 wurde sie eröffnet. Architektur und Ornamente zitieren die Antike. Die Kunsthalle hat keine eigene Sammlung und zeigt wechselnde Ausstellungen.
Du stehst vor einem Haus für Kunst. Es hat keine eigenen Bilder, sondern zeigt immer neue Ausstellungen. Eröffnet wurde es im April 1909. Schau über das Portal: Dort steht eine Jahreszahl in römischen Ziffern, es ist die 1908. Kannst du sie lesen? Zwei Statuen stehen an der Freitreppe, sie stellen Malerei und Bildhauerei dar. An der Fassade hat der Lichtkünstler Dan Flavin 1989 Leuchtstoffröhren in Rot und Gelb angebracht. Was würdest du mit Licht aus Röhren gestalten?
Koordinaten: 48.7585, 8.23806 · auf der Karte