Sie stehen am Merkurbrunnen, in der Maximilianstraße in Höhe von St. Moritz. Er ist einer der drei Augsburger Prachtbrunnen, neben dem Augustusbrunnen und dem Herkulesbrunnen, zu dem wir später kommen. Von 1596 bis 1599 modellierte ihn der Niederländer Adriaen de Vries, gegossen hat ihn der Augsburger Stadtgießer Wolfgang Neidhardt. Der Stil heißt manieristische Renaissance. Schauen Sie zuerst nach oben. Merkur, Flügelhelm auf dem Kopf, in der rechten Hand den Schlangenstab, Zeichen des Glücks und des Friedens. Der geflügelte Amorknabe mit dem Bogen scheint ihm den geflügelten Schuh zu lösen oder zu binden. Als Vorbild gilt der von Giovanni da Bologna geprägte Typus des fliegenden Merkur. Doch der Augsburger Merkur, scheint zwischen Enteilen und Bleiben zu verharren. Das ist eine gute Beschreibung für eine Handelsstadt. Merkur wurde in Augsburg schon in der Antike verehrt. Bei den Kelten galt er als Erfinder der Künste und als Geleiter auf Wegen und Reisen. Als Götterbote und Gott des Handels sollte er hier auf die Bedeutung der Stadt aufmerksam machen. Jetzt gehen Sie einen Schritt näher und schauen auf den Pfeiler. Aus den Bronzen fließt das Wasser in dünnem Strahl, und zwar aus zwei Hundeköpfen, zwei Medusenhäuptern, zwei Löwenmasken und vier Adlerköpfen. Das ist kein Zierrat. Diese zehn Köpfe sind Symbole der Gefahren, die Handel und Verkehr bedrohen und vor denen Merkur schützen soll. Der Kaufmann, der hier vorbeikam, sah seine Risiken in Bronze. Am Brunnengesims sitzen zwei Rocaillekartuschen von 1752. Lesen Sie, wenn Sie Latein mögen, die Inschriften am Pfeilerpostament. Sie sind eine Buchhaltung der Instandhaltung. Auf der Nordseite steht, dass die Stadtpfleger Johann Welser und Oktavian Sekundus Fugger die Errichtung 1596 veranlasst haben. Auf der Südseite, dass Oktavian Sekundus Fugger und Quirin Rehlinger den Brunnen 1599 abgenommen haben. Schon nach dreißig Jahren war die erste Instandsetzung nötig, 1628. Weitere Vermerke nennen 1661, 1713 und 1752. Jedes Mal stehen die Namen der Stadtpfleger und der Baubeamten dabei. Diese Stadt hat ihre Reparaturen in Stein geschrieben wie andere ihre Siege. Und nun das Entscheidende: Was Sie hier auf der Säule sehen, ist ein Bronzeabguss. Die optimale Konservierungsmethode für eine Bronze ist die Unterbringung im Innenraum, deshalb brachte die Stadt das Bildwerk in den glasgedeckten Innenhof des Maximilianmuseums, an dem wir vorbeigekommen sind. Seit dem 6. Juli 2019 gehört der Merkurbrunnen als Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems zum Welterbe der UNESCO. Warum Wasser in Augsburg Welterbe ist, erzähle ich zum Schluss dieses Rundgangs.
Sie stehen am Merkurbrunnen in der Maximilianstraße. Adriaen de Vries schuf ihn von 1596 bis 1599 im Stil der Renaissance. Die Hauptfigur ist der römische Handelsgott Merkur. Seit dem 6. Juli 2019 gehört der Brunnen als Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems zum Welterbe der UNESCO.
Schau nach oben auf die Figur. Das ist Merkur. Die Römer glaubten, er sei der Gott der Händler und Reisenden. Er hat Flügel am Helm, damit er schnell ist. Ein kleiner Junge mit Flügeln bindet ihm gerade den Schuh zu, oder löst ihn. Niemand weiß genau, was von beidem. Was meinst du? Geh näher an die Säule und zähle die Köpfe, aus denen Wasser läuft. Es sind zehn: zwei Hunde, zwei Medusen, zwei Löwen und vier Adler. Jeder Kopf steht für eine Gefahr auf Reisen. Die echte Figur steht im Museum.
Koordinaten: 48.3672, 10.8985 · auf der Karte