Stadtohr

Stadtrundgang Augsburg · Station 12 von 16

Deutsche Barockgalerie

1958 · kunstmuseum, barock, malerei

Ausführlich

Sie sind noch im Schaezlerpalais, im ersten Stock. Die Deutsche Barockgalerie wurde nach 1958 eingerichtet, also unmittelbar nachdem die Stadt Augsburg von dem Ehepaar Wolfgang Lorenz und Hilda Sophia von Schaezler das bis dahin in Familienbesitz befindliche Palais überlassen bekommen hatte. Die Schenkung und die Sammlung gehören also zusammen: Erst kam das Haus, dann der Inhalt. Für die Einrichtung griff man einerseits auf die umfangreichen Kunstsammlungen der Stadt zurück, die größtenteils den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatten, und übernahm andererseits Leihgaben und Schenkungen von privaten Sammlern. Gezeigt wird vor allem die Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, daneben Grafik seit dem 15. Jahrhundert. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Künstler, die in dieser Zeit in Augsburg und Schwaben wirkten und außer durch ihre Bilder auch durch Deckenfresken oder Altarbilder in Kirchen bekannt wurden, unter ihnen Matthäus Günther, Johann Evangelist Holzer und Joseph Heintz der Ältere. Wenn Sie heute an einer barocken Kirchendecke in dieser Gegend den Kopf in den Nacken legen, sehen Sie womöglich die Arbeit eines Malers, dessen Leinwandbilder hier hängen. Dazu kommen Künstler, die im gesamten süddeutschen Raum arbeiteten, etwa Johann Heinrich Schönfeld und Georg Philipp Rugendas, sowie Gemälde von Georg Flegel, Johann Heinrich Füssli, Anton Graff, Anton Raphael Mengs und Johann Heinrich Tischbein dem Älteren. Und ein Hinweis, den eine Quelle ausdrücklich macht: Mit Bildern von Angelika Kauffmann besitzt die Sammlung auch Werke einer Künstlerin, was zu dieser Zeit noch recht selten war. Die Galerie teilt die Räume unter anderem mit der Graphischen Sammlung der Stadt Augsburg und der Staatsgalerie Altdeutsche Meister. Nach einer unumgänglich gewordenen Sanierung und Modernisierung des Palais war sie mehrere Jahre geschlossen und wurde im Februar 2006 gemeinsam mit dem restlichen Gebäude und den benachbarten Museen wiedereröffnet.

Kurzfassung

Sie sind noch am Schaezlerpalais, und zwar im ersten Stock. Hier liegt die Deutsche Barockgalerie. Eingerichtet wurde sie nach 1958, als die Stadt das Palais erhalten hatte. Sie zeigt Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, mit Schwerpunkt auf Künstlern aus Augsburg und Schwaben.

Für Kinder

Du bist noch im großen Palais. Oben im ersten Stock hängen viele alte Gemälde. Die meisten sind zwischen dreihundert und fünfhundert Jahre alt. Viele dieser Maler haben auch Kirchendecken bemalt. Stell dir das vor: hoch über dem Boden liegen und über dem Kopf malen. Ein Bild ist von Angelika Kauffmann. Damals durften Frauen fast nie Malerin werden. Sie hat es trotzdem geschafft. Erst gab es hier das leere Haus, dann suchte die Stadt Bilder dafür. Welches Bild würdest du in einen leeren Saal hängen?

Quellen

Koordinaten: 48.365, 10.8992 · auf der Karte

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