Stadtohr

Stadtrundgang Aschaffenburg · Station 11 von 16

Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg

1854 · museum, kreuzgang, cranach

Ausführlich

Sie stehen vor dem Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg. Es liegt auf einem Hügel in der Altstadt und ist durch einen romanischen Kreuzgang mit der Stiftskirche verbunden, bei der Sie eben waren. Das Museum zeigt Vor- und Frühgeschichte und Kunst des Mittelalters, der Renaissance und des Barock. Die Jahreszahl 1854 steht für die Gründung des städtischen Museums, im ehemaligen Kapitelhaus des Stifts befindet es sich seit 1861. Älteste bauliche Reste des Hauses stammen aus dem 12. Jahrhundert. Es besteht aus mehreren Gebäuden des späten Mittelalters, die um den Kreuzgang gebaut wurden. Der Westflügel steht auf einem Untergeschoss wohl aus der Gründungszeit, der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert vereinigte man einen Teil mit dem Haus Zum Sonnenberg, dem Sitz des Stiftsschenken, und stockte 1480 auf, mit einem Treppengiebel. Dabei entstand eine Terrasse mit einer Steinkanzel, der Pilgerkanzel. Über der Michaelskapelle aus der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete man 1561 die Stiftsschule. Der Kreuzgang in der Mitte entstand nach einer Quelle zum Museum zwischen 1220 und 1275, nach einer Quelle zur Stiftskirche zwischen 1240 und 1245. Auch hier gibt es also zwei Angaben. Nach der Säkularisation hatte das Haus viele Nutzer: 1804 Stiftsarchiv und Stiftsbücherei, ab 1808 die fürstprimatischen Archive, ab 1839 eine Zeichenschule, 1848 das Bezirksgericht. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann 1949 die Rückführung der ausgelagerten Bestände. Von 1985 bis 1994 wurde saniert, 1994 öffnete das Museum neu. Zu sehen sind archäologische Funde von der Jungsteinzeit über die Römerzeit bis ins Mittelalter, römische Funde aus den Limeskastellen am Untermain mit einem Lapidarium und Funde aus alemannischen und fränkischen Reihengräbern des 6. bis 8. Jahrhunderts. Erhalten sind historische Räume des Stifts: der Kapitelsaal, der Gotische Saal, der Paramentenraum mit einer farbigen Stuckdecke von 1723 und der ehemalige Stiftskarzer. Seit November 2009 sind außerdem der Stiftsschatz von St. Peter und Alexander und der Magdalenenaltar aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren dauerhaft ausgestellt. Der Altar wurde 2009 aus Tafeln der Stiftskirche und der Staatsgalerie zusammengeführt, eine Tafel ging verloren. Zum Stiftsschatz zählt das wohl älteste Spielbrett in Deutschland, das sogenannte Schachbrett des Heiligen Rupert.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg. Es ist durch einen romanischen Kreuzgang mit der Stiftskirche verbunden. 1854 wurde das städtische Museum gegründet, seit 1861 sitzt es im ehemaligen Kapitelhaus des Stifts. Zu sehen sind Funde, Kunst und der Stiftsschatz.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum in einem sehr alten Haus. Ein Kreuzgang verbindet es mit der Stiftskirche. Im Museum liegen Funde aus der Jungsteinzeit und aus der Zeit der Römer. Dort steht auch das wohl älteste Spielbrett Deutschlands, das Schachbrett des Heiligen Rupert. Außerdem gibt es einen Altar aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren. Seine Tafeln kamen aus zwei Orten zusammen, aus der Kirche und aus dem Schloss. Eine Tafel ging verloren. Wie, glaubst du, wurde auf einem so alten Spielbrett gespielt?

Quellen

Koordinaten: 49.973862789, 9.146452027 · auf der Karte

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