Stadtohr

Stadtrundgang Aschaffenburg · Station 10 von 16

St. Peter und Alexander

10. Jahrhundert · stiftskirche, romanik, kollegiatstift

Ausführlich

Sie stehen vor der Stiftskirche St. Peter und Alexander, der ältesten Kirche Aschaffenburgs. Seit dem 17. Januar 1958 trägt sie den Titel Basilica minor, verliehen von Papst Pius XII. Die Kirche entstand im 10. Jahrhundert anstelle eines karolingischen Rechteckbaus. Um 950, vermutlich zwischen 947 und 957, setzten Herzog Liudolf von Schwaben, ein Sohn Kaiser Ottos I., und seine Frau Ida die Gründung in Gang. Der Wikipedia-Quelle zur Stadt nennt das Jahr 957. Beide Angaben stehen nebeneinander, ich nenne Ihnen beide. Ihr Sohn Otto, Herzog von Schwaben, begründete dann das Kollegiatstift mit Stiftsschule, 974 wird es erwähnt. Ab 975 baute man die Stiftskirche. Durch Ottos Vermächtnis kam Aschaffenburg 982 an den Mainzer Erzbischof, und das Stift stand fortan unter der Obhut des Erzbischofs Willigis. Das Stift wurde der größte Grundbesitzer der Stadt, mit 17 Pfarreien, Landgütern, Weinbergen und Mühlen. In seiner Hochzeit lebten bis zu 28 Kanoniker hier, an anderer Stelle nennt derselbe Quelle bis zu 40 Stiftsherren. 1802 löste Karl Theodor von Dalberg das Stift auf, die Kirche wurde Stadtpfarrkirche. Schauen Sie jetzt hinauf. Die Kirche liegt auf dem Gipfel eines Hügels, aus allen Perspektiven muss man zu ihr emporblicken. Vom Stiftsplatz führt eine monumentale, doppelläufige barocke Freitreppe aus dem 17. Jahrhundert hinauf. In ihrer Mitte stehen die Schutzpatrone Petrus und Alexander, Sandsteinfiguren von 1723. Der gotische Turm an der Südwestecke entstand zwischen etwa 1340 und 1420. Den Engel auf der Spitze setzte man 1539 auf, zuletzt erneuert wurde er 1971. Ein zweiter Turm im Nordwesten blieb unvollendet. Ältester Teil ist das Langhaus mit romanischen Pfeilerarkaden aus dem 12. Jahrhundert. Treten Sie ein, dann kommen Sie in eine Halle mit 16 spätromanischen Säulen. Sie stammen vermutlich aus der Vorgängerburg von Schloss Johannisburg. In der Mitte der Nordseite des Hauptschiffs hängt ein überlebensgroßes Triumphkreuz aus dem 10. Jahrhundert. Gestiftet haben es vermutlich die Essener Äbtissin Mathilde und Erzbischof Willigis zum Gedächtnis an Mathildes Bruder Otto von Schwaben. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss erhebliche Schäden. Der Wiederaufbau begann 1946, 1947 konnte man im Langhaus wieder Gottesdienst feiern. Zur Jahrtausendfeier 1957 war kein Kriegsschaden mehr zu sehen.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stiftskirche St. Peter und Alexander, der ältesten Kirche Aschaffenburgs. Sie wurde im 10. Jahrhundert unter Otto von Schwaben errichtet, im Kern ist sie romanisch. Seit 1958 trägt sie den Titel Basilica minor.

Für Kinder

Du stehst vor der ältesten Kirche von Aschaffenburg. Sie steht ganz oben auf einem Hügel, deshalb musst du von überall zu ihr hinaufschauen. Der Bau begann 975, unter Herzog Otto von Schwaben. Seine Eltern Liudolf und Ida hatten die Gründung schon angestoßen. Eine Freitreppe führt hinauf, und mitten auf der Treppe stehen zwei Figuren: Petrus und Alexander. Auf dem Turm sitzt ein Engel, er wurde schon 1539 aufgesetzt. Drinnen hängt ein Kreuz aus dem 10. Jahrhundert. Zähl die Stufen der Treppe: Wie viele sind es?

Quellen

Koordinaten: 49.973664, 9.146439 · auf der Karte

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