Stadtohr

Stadtrundgang Aschaffenburg · Station 6 von 16

St. Agatha

1168/1171 · pfarrkirche, wiederaufbau, glocken

Ausführlich

Sie stehen vor der katholischen Pfarrkirche St. Agatha. Als Gründungszeit der Pfarrei wird 1168/1171 angenommen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1184 in einer Urkunde von Papst Lucius III., als „Pfarrei außerhalb der Mauern“. Die ältesten steinernen Zeugnisse stammen etwa aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden Seitenschiffe angebaut und das Mittelschiff erhöht. Noch vor 1346 hatte man die Vorstadt um die Agathakirche ummauert. Nun zu einer Jahreszahl, die nicht recht passt. 1942 feierte man „800 Jahre St. Agatha“. Das wäre das Jahr 1142, früher als die angenommene Gründung. Wikipedia schreibt, das Jubiläum gehe vermutlich auf Unterlagen des Heimatforschers Martin Balduin Kittel zurück, der in seiner Zettelsammlung keine Quellenangaben machte. 1903 wollte man die Kirche wegen des Bevölkerungszuwachses vergrößern. Mit 65 mal 23 Metern wäre sie die größte Kirche Aschaffenburgs geworden. Der Erste Weltkrieg verhinderte den Bau. Am 21. November 1944 beschädigten Sprengbomben die Kirche, am 31. März 1945 brannte sie nach Artilleriebeschuss völlig aus. Im August 1948 brach man die Ruinenreste ab, auch den Turm, weil sein Fundament aus lose aufeinandergeschichteten Steinen nicht trug. Am 1. November 1949 weihte Bischof Julius Döpfner die neue Kirche. 1953 zeigten sich Risse im neuen Turm, 1962 zog man die Fassade um sechs Meter vor. Schauen Sie über das Portal. Dort steht seit dem 16. Mai 1963 eine vier Meter hohe, zwölf Tonnen schwere Sandsteinfigur der heiligen Agatha. Drinnen, im rechten Seitenschiff, steht der Bäckeraltar. Kathi Hock schnitzte ihn 1950 aus dem Holz einer Spessarteiche. Er zeigt Bauern beim Säen und Ernten des Getreides, die Bäckerinnung hat ihn gestiftet. Am Sockel steht: Das Brot, das wir bereiten, gib Herr uns alle Zeiten. Auch eine Glocke überstand den Krieg: Die Dreifaltigkeitsglocke wurde abgenommen und zum Glockenfriedhof nach Hamburg-Wilhelmsburg gebracht, aber nicht eingeschmolzen. 1947 kam sie zurück.

Kurzfassung

Sie stehen vor der katholischen Pfarrkirche St. Agatha. Die Pfarrei geht auf die Zeit 1168/1171 zurück und wird 1184 in einer Urkunde von Papst Lucius III. als „Pfarrei außerhalb der Mauern“ genannt. Im März 1945 brannte die Kirche aus, am 1. November 1949 wurde sie neu geweiht.

Für Kinder

Du stehst vor der Kirche St. Agatha. Schon 1184 wird die Pfarrei in einer Urkunde erwähnt. Im März 1945 brannte die Kirche ganz aus, 1949 wurde sie neu geweiht. Schau über das Portal: Dort steht die heilige Agatha aus Sandstein, vier Meter hoch und zwölf Tonnen schwer. Drinnen gibt es einen Altar, den die Bäcker gestiftet haben. Er ist aus dem Holz einer Spessarteiche geschnitzt und zeigt Bauern, die Getreide säen und ernten. Warum, glaubst du, haben gerade die Bäcker Getreide auf ihren Altar gesetzt?

Quellen

Koordinaten: 49.977455386, 9.143401908 · auf der Karte

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