Stadtohr

Stadtrundgang Aschaffenburg · Station 5 von 16

Kapuzinerkirche St. Elisabeth

1626 · kloster, kapuziner, lazarett, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen vor der Kapuzinerkirche St. Elisabeth, am Schlossgarten. Von 1626 bis 2010 war sie die Klosterkirche des Klosters St. Elisabeth, eines Konvents des Kapuzinerordens. Den Anfang machte der Bauherr des Schlosses. 1612 rief Kurfürst und Erzbischof Johann Schweikhard von Cronberg die Kapuziner nach Aschaffenburg, um dem religiösen und sittlichen Leben neue Impulse zu geben. Er schenkte ihnen das Gelände „Auf dem Schutz“ am Schlossgarten. 1626 wurde der Grundstein für das Kloster gelegt, ein Jahr später baute man eine Kirche. Schauen Sie über den alten Eingang an der Nordseite. In einem Gehäuse aus grünem Sandstein steht dort die heilige Elisabeth, die einem Bettler zu trinken reicht. Der Bildhauer Zacharias Juncker der Ältere aus Miltenberg schuf sie um 1627. Dann zwei Katastrophen. Nach der Schlacht bei Hanau Ende Oktober 1813, in der Napoleon ein österreichisch-bayerisches Heer besiegte, wurde das Kloster Militärlazarett. In der Nacht vom 7. auf den 8. November 1813 brach ein Feuer aus, weil Krankenwärter unvorsichtig mit offenem Licht hantierten. Kloster und Kirche brannten. Alle Verwundeten konnten gerettet werden, die Bibliothek mit über 4000 Bänden wurde ein Raub der Flammen. Dass das Feuer nicht auf die Stadt übergriff, verdankte man dem Niederreißen der Nachbarhäuser. 1814 baute man wieder auf, die Weihe war aber erst 1847. Die heutige Kirche entstand 1908 und 1909 nach Plänen des Architekten Friedrich von Thiersch, neuromanisch, teils neobarock, 42 Meter lang, 20 Meter breit und 12 Meter hoch. Die alte Kirche wurde als Chorraum einbezogen. Die zweite Katastrophe: Beim Luftangriff am 21. November 1944 wurde die Kirche schwer beschädigt, der Eingang zerstört, das Dach weggerissen. Am 3. Januar 1945 trafen Bomben das Kloster, zwei Patres kamen ums Leben. Nach dem Krieg wurde wieder aufgebaut, das Tonnengewölbe wich einer schlichten Holzdecke, über dem Eingang kam ein großes Rundfenster hinein. Am 18. April 2010 verließen die Kapuziner Aschaffenburg, weil der Nachwuchs fehlte. Die Diözese Würzburg übernahm Kirche und Kloster und überließ sie der Fraternità Francescana di Betania, die die italienische Gemeinde betreut. Die Sanierung des Klosters dauerte von Juni 2011 bis 2015.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kapuzinerkirche St. Elisabeth am Schlossgarten. Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg rief 1612 die Kapuziner nach Aschaffenburg, 1626 legte man den Grundstein fürs Kloster. Bis 2010 war die Kirche Klosterkirche. Dann verließen die Kapuziner die Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche, die zu einem Kloster gehörte. Hier lebten Männer des Kapuzinerordens, bis 2010. 1813 war das Kloster ein Lazarett für verwundete Soldaten. Eines Nachts brach ein Feuer aus, weil Krankenwärter mit offenem Licht hantierten. Alle Verwundeten wurden gerettet, nur die Bibliothek mit über 4000 Büchern verbrannte. Schau über den alten Eingang auf der Nordseite: Dort steht die heilige Elisabeth, die einem Bettler etwas zu trinken reicht. Was kann passieren, wenn man mit einer offenen Flamme durch ein volles Haus läuft?

Quellen

Koordinaten: 49.977829956, 9.139841702 · auf der Karte

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