Sie stehen vor dem Pompejanum, hoch am Ufer des Mains. Es ist der Nachbau einer römischen Villa, eines Hauses aus Pompeji, der Casa dei Dioscuri. Den Namen hat das Original von einer Wandzeichnung im Eingangsbereich. Auftraggeber war König Ludwig I., gebaut wurde von 1840 bis 1848 nach Plänen des Hofarchitekten Friedrich von Gärtner. Eine königliche Villa sollte es nicht werden. Es sollte ein Anschauungsobjekt sein, an dem Kunstliebhaber auch in Deutschland die antike Kultur studieren konnten. Eine Quelle nennt das Gebäude ein Zeugnis der Antikenbegeisterung des 19. Jahrhunderts. Schauen Sie auf die Außenseite. Der Sockel ist Pompeji-rot, die Fassade maisgelb. Die Gliederung ist nur aufgemalt und erweckt den Eindruck von Quadermauerwerk. Im Erdgeschoss gibt es außen kaum Fenster. Das Licht kommt aus zwei Innenhöfen: dem Atrium mit seinem Wasserbecken und dem begrünten Viridarium, dem Gartenhof. Um sie liegen unten die Empfangs- und Gästezimmer, die Küche und die Speisezimmer. Oben liegen die privaten Räume: Kinderzimmer, Kinderschlafzimmer, Elternschlafzimmer und das Zimmer der Hausherrin. Zur Mainseite hin sitzt ein tempelartiges Belvedere auf dem Dach. Das Haupttor schaut zum Schloss Johannisburg. Vom Original wich man als Zugeständnis an die Lage am Main ab: Als zweiten Stock fügte man einen Aussichtspavillon mit Königszimmer und eine Außentreppe mit Säulenvorbau hinzu. Das Atrium wurde aus klimatischen Gründen überglast. Die Maler Christoph Friedrich Nilson, Joseph Schlotthauer und Joseph Schwarzmann kopierten oder erfanden die Wandmalereien und Mosaikböden nach antiken Vorbildern. Dann der Krieg. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Pompejanum schwer beschädigt, in der Nachkriegszeit wurden Kunstwerke gestohlen. Eine römische Büste, vermutlich des Sextus Pompeius, tauchte 2018 in Texas wieder auf und kam 2023 zurück. Erst ab 1960 baute man das Haus in mehreren Phasen wieder auf. Seit 1994 zeigt es originale römische Kunstwerke aus München, darunter zwei seltene Götterthrone aus Marmor. Ein Militärdiplom aus zwei Bronzeplatten bezeugt die Verleihung des römischen Bürgerrechts im Jahr 78 nach Christus an den Soldaten Octavius. Unterhalb des Hauses liegt der traditionsreichste Weinberg Aschaffenburgs. Sein Wein, der Aschaffenburger Pompejaner, kommt praktisch nicht in den Handel.
Sie stehen vor dem Pompejanum am Hochufer des Mains. Es ist der Nachbau einer römischen Villa aus Pompeji, gebaut von 1840 bis 1848 im Auftrag König Ludwigs I. nach Plänen von Friedrich von Gärtner. Es sollte ein Anschauungsobjekt für die antike Kultur sein.
Du stehst vor einem Haus, das aussieht wie ein römisches. Es wurde aber erst von 1840 bis 1848 gebaut, hier in Aschaffenburg am Main, nach einem Haus aus Pompeji. König Ludwig der Erste wollte, dass die Menschen in Deutschland die antike Kultur kennenlernen können. Schau auf die Farben: unten Rot, oben Gelb. Das Erdgeschoss hat draußen fast keine Fenster. Das Licht kommt aus zwei Höfen im Inneren, einer hat ein Wasserbecken, einer einen Garten. Würdest du gern in einem Haus wohnen, das fast keine Fenster nach draußen hat?
Koordinaten: 49.9775, 9.13639 · auf der Karte