Sie stehen am Ort des Zocha-Schlößchens. Es steht nicht mehr, und deshalb müssen Sie es sich vorstellen. 1737 ließ sich der markgräfliche Obrist-Baudirektor Carl Friedrich von Zocha hier ein Stadtpalais nach eigenen Plänen bauen, etwa 300 Meter südlich der Residenz, an der Südostecke der damaligen Neuen Auslage. Dieser Teil der Stadt zählte gegen Ende des 18. Jahrhunderts 86 Anwesen. In Anlage und Umfang war es, dem Schloss der Marquise de Pompadour in Fontainebleau nachempfunden. Zocha hatte sich mit dem Projekt finanziell vollkommen übernommen. 1749 ging sein Besitz in Konkurs. 1760 ersteigerte die Stadt das Schlösschen für 12.000 Gulden und richtete es als Dienstgebäude für den Obervogt ein. 1765 kam ein Turm mit Schlaguhr hinzu, 1771 wurde es aufwendig renoviert. Es folgten die Besitzer: 1792 Ludwig Friedrich Christoph Schmidt, der frühere Kabinettssekretär des letzten Markgrafen, sechs Jahre später der Marquis de Villelume, 1817 der Bankier Nathan Salmstein, 1821 der Advokat Meinel, 1827 Freiherr von Leonrod. In dessen Besitzzeit fallen 1843 Pläne, das Schlösschen zu einer Fronveste umzubauen, also zu einem Gefängnis. Sie wurden nie umgesetzt. 1850 verhandelte die Stadt mit Leonrod. Sie suchte ein Schulhaus für die Landwirtschafts- und Gewerbeschule, deren Räume zu klein geworden waren. 1851 kam der Verkauf zustande, für rund 18.000 Gulden, und noch im Herbst zog die Gewerbeschule ein. 1877 entstand daraus eine Realschule, 1926 die Oberrealschule mit Abitur nach neun Jahren. 1965 erhielt sie den Namen Platen-Gymnasium. Am 22. und 23. Februar 1945 bombardierte die amerikanische Luftwaffe Ansbach. Etwa 75 Prozent des Zocha-Schlößchens wurden zerstört. Der südöstliche Gebäudeteil an der Ecke der Bischof-Meiser-Straße zum Bahnhofsplatz wurde notdürftig wieder aufgebaut. 1971 riss man ihn ab, um einem Neubau Platz zu machen, dem D-Bau des Platen-Gymnasiums.
Sie stehen am Ort des Zocha-Schlößchens. Das Stadtpalais gibt es nicht mehr. Der markgräfliche Baudirektor Carl Friedrich von Zocha ließ es 1737 errichten. Ab 1851 war es Schulhaus des heutigen Platen-Gymnasiums. 1945 wurde es bombardiert, die Reste wurden 1971 abgerissen.
Hier stand einmal ein kleines Schloss. Ein Baumeister namens Carl Friedrich von Zocha ließ es 1737 für sich bauen. Er hatte sich übernommen: Das Bauen war zu teuer für ihn. 1749 ging sein Besitz in Konkurs. Später war in dem Haus eine Schule. Im Februar 1945 fielen Bomben auf Ansbach, und etwa drei Viertel des Hauses wurden zerstört. 1971 riss man den Rest ab. An der Stelle des abgerissenen Teils entstand ein Neubau des Platen-Gymnasiums. Wie fändest du es, in einem Schlösschen zur Schule zu gehen?
Koordinaten: 49.29943, 10.57807 · auf der Karte