Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 6 von 16

Retti-Palais

1749 · stadtpalais, spätbarock, hofarchitekt, museum

Ausführlich

Sie stehen vor dem Retti-Palais. 1743 schenkte Markgraf Karl Wilhelm Friedrich seinem Hofarchitekten Leopoldo Retti einen Bauplatz in der Jägergasse, der heutigen Bischof-Meiser-Straße. Das Haus sollte, wie der Markgraf ausdrücklich festhielt, „zur Zierde“ der Straße gereichen. Schauen Sie auf den Bau: zwei Geschosse, ein Walmdach, ein dreiachsiger Mittelrisalit und ein Zwerchhaus. Im Inneren sind das Treppenhaus und ein großer Saal in der Beletage fast im Originalzustand erhalten. 1749 war das Palais fertig, aber Retti zog nicht mehr ein. Er verkaufte es der Stadt als Sitz des Obervogts. Es wurde Sitz des Obervogts und Geheimen Ministers Christoph Ludwig von Seckendorff-Aberdar. 1757 zog der neue Obervogt Friedrich Carl von Falkenhausen ein, in einer Quelle als Markgrafensohn bezeichnet. Aus seinen Ehen mit Caroline und Florentine von Beust gingen elf Kinder hervor. Das Haus sollte eigentlich in städtischem Besitz bleiben. 1760 wurde es dennoch an Falkenhausen überschrieben. Dann wechselten die Besitzer: 1825 Oberforstmeister von Schirnding, 1852 Gendarmerie-Hauptmann von Waldenfels. Das Erdgeschoss wurde lange an adlige Mitglieder der Garnison vermietet. 1891 kaufte der Strohmosaikverkäufer Wilhelm Wagenhöfer das Anwesen. 1935 wohnten in Haus und Nebengebäuden zwölf Parteien. Die Tochter der Wagenhöfers heiratete den Arzt Adam Krampf, der im Ersten Weltkrieg Stabsarzt gewesen war und im Palais praktizierte. Nach seinem Tod 1951 führte Tochter Elisabeth Krampf die Praxis bis 1999 weiter. 2001 erwarb die Stadt Ansbach das Haus. Es wartete auf ein Nutzungskonzept. 2014 öffneten sich die Türen erstmals für eine Ausstellung, auf Initiative des Kurators Christian Schoen. Danach gründete sich ein Förderverein. Eine Quelle sagt an einer Stelle, das Haus stehe leer. An anderer Stelle schreibt er, ein privater Kunstsammler aus Crailsheim habe es gekauft und wolle es zum Museum ausbauen. Im Garten spielt im Sommer das Theater Ansbach.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Retti-Palais, einem spätbarocken Stadtpalais. Der Hofarchitekt Leopoldo Retti entwarf es als eigenes Wohnhaus, 1749 war es fertig. Den Bauplatz hatte ihm der Markgraf 1743 geschenkt. Retti selbst zog nicht mehr ein. Heute soll hier ein Museum entstehen.

Für Kinder

Du stehst vor einem Haus, das ein Baumeister für sich selbst bauen wollte. Er hieß Leopoldo Retti und arbeitete für den Markgrafen. Der Markgraf schenkte ihm den Bauplatz. Als das Haus 1749 fertig war, zog Retti aber nicht ein. Er verkaufte es an die Stadt. Später wuchsen hier elf Kinder einer Familie auf. Dann hatte hier viele Jahre ein Arzt seine Praxis. Einmal wohnten in Haus und Nebengebäuden zwölf Parteien. Heute will ein Kunstsammler ein Museum daraus machen. Was würdest du in so einem Museum ausstellen?

Quellen

Koordinaten: 49.301334, 10.577472 · auf der Karte

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