Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 8 von 16

St. Ludwig (Ansbach)

1834–1840 · katholische kirche, klassizismus, glocken, orgel

Ausführlich

Sie stehen vor St. Ludwig, der katholischen Pfarrkirche von Ansbach. Dass es sie gibt, ist nicht selbstverständlich. Seit der Reformation unter Georg dem Frommen waren Stadt und Region lutherisch. Katholiken wanderten erst im 18. Jahrhundert wieder zu. Für sie wurde 1777/1778 ein unauffälliger, turmloser Kirchsaal am Karlsplatz gebaut, die heutige Karlshalle. Als er zu klein wurde, begannen die Planungen für diese Kirche. König Ludwig I. übernahm die Schirmherrschaft, und sein Namenspatron, Ludwig der Heilige, wurde Patron der Kirche. 1834 bis 1840 wurde sie nach Plänen von Leonhard Schmidtner gebaut. Schauen Sie auf die gelblich verputzte Fassade, gegliedert durch Säulen und Gebälke aus sichtbarem Stein. Vor dem Portal steht ein Säulenportikus nach dem Vorbild antiker Tempel, den man über eine Freitreppe erreicht. Darüber erhebt sich der schlanke, zweigeschossige Glockenturm im Stil der toskanischen Renaissance. Der Stil folgt dem Münchner Klassizismus, wie er die Ludwigstraße prägt. Im Turm hängen vier Glocken, 1838 gegossen. Ihr Metall stammt von erbeuteten türkischen Kanonen aus der Schlacht von Navarino. 1840 wurden sie nach den Söhnen König Ludwigs I. benannt: Maximilian, Otto, Luitpold und Adalbert. Adalbert, die kleinste, dient auch als Totenglocke. Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden größeren eingezogen, um sie einzuschmelzen. 1946 fand man sie auf dem Hamburger Glockenfriedhof wieder, und sie kamen zurück nach Ansbach. Zusammen wiegen die Glocken 71 Zentner. Das war für den Turm zu schwer, und so wurde er 1985 mit vier Stahlrohren verstärkt. Innen überspannt ein kassettiertes Tonnengewölbe den Kirchsaal. Die vierzehn Kreuzwegbilder schuf Johann von Schraudolph 1864. 1980 wurden an der Orgel von 1959 Ausfallerscheinungen festgestellt. 1987 wurde ein Neubau beschlossen, und ein Orgelbauverein sammelte Spenden. Schon im ersten Jahr kamen rund 100.000 D-Mark zusammen. 1992 wurde die neue Orgel mit 41 Registern aufgebaut.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Ludwig, der katholischen Pfarrkirche. Die klassizistische Saalkirche wurde 1834 bis 1840 nach Plänen von Leonhard Schmidtner erbaut. König Ludwig I. übernahm die Schirmherrschaft, sein Namenspatron Ludwig der Heilige wurde Patron der Kirche. Sie gehört zum Erzbistum Bamberg.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche mit einem schlanken Turm. Vor dem Eingang stehen Säulen wie bei einem antiken Tempel. Im Turm hängen vier Glocken. Ihr Metall stammt von erbeuteten türkischen Kanonen aus der Schlacht von Navarino. Im Zweiten Weltkrieg sollten die beiden großen Glocken eingeschmolzen werden. 1946 fand man sie auf einem Glockenfriedhof in Hamburg wieder und brachte sie zurück. Zusammen wiegen die Glocken 71 Zentner. Das war dem Turm zu schwer, und man verstärkte ihn 1985 mit vier Stahlrohren. Wie schwer sind 71 Zentner wohl?

Quellen

Koordinaten: 49.2992, 10.5754 · auf der Karte

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