Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 9 von 16

Herrieder Tor

1750/51 · stadttor, befestigung, barock, glockenspiel

Ausführlich

Sie stehen am Herrieder Tor. Es ist nach der Kleinstadt Herrieden benannt, rund zehn Kilometer südwestlich. Früher hatte Ansbach fünf Stadttore: das Nürnberger Tor, das Würzburger Tor, das Neue Tor, das Schlosstor und dieses hier. Das Herrieder Tor enthält die ältesten noch bestehenden Befestigungsteile der Stadt. Der Unterbau stammt aus dem 15. Jahrhundert. Schon 1374 wurde ein Vorgängerbau erwähnt. Damals verlief die Stadtmauer weiter nördlich, und das Tor lag etwa auf Höhe der ehemaligen Löwenapotheke. Bei der Stadterweiterung unter Markgraf Albrecht Achilles wurden Mauer und Tor nach Süden an die heutige Stelle versetzt. Dass der alte Torbau viel niedriger war, erkennt man von Norden aus am Rest des Wehrgangs östlich des Tores. Der Turm wuchs erst später. 1684/85 erhöhte ihn Georg Andreas Böckler in achteckiger Form. Die heutige Gestalt entstand 1750/51 unter dem Landbauinspektor Johann David Steingruber: ein barocker Neubau auf dem Fundament des Vorgängers. Schauen Sie hinauf. Der achteckige Turm sitzt auf dem gotischen Sockel und trägt eine gebauchte Haube mit Laterne und vier Uhr-Ausbauten. Er ist 47 Meter hoch. Zwei abgerundete Eckpavillons rahmen ihn ein, zweigeschossige Bürgerbauten, 1733/34 unter Leopoldo Retti und Steingruber errichtet. Auf dem Schlussstein des Torbogens sehen Sie das Ansbacher Wappen, allerdings ohne Fische. 1987 stiftete der Ansbacher Lions-Club ein Glockenspiel. Es erklingt täglich um 11 und 17 Uhr mit dem Hohenfriedberger Marsch. Sein Text beginnt mit den Worten: Auf Ansbach-Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth. Vor dem Tor steht der Tulpen-Brunnen, 1979 nach einem Entwurf von Josef Gollwitzer. Er erinnert an den in Ansbach geborenen Dichter Platen, der auch die Tulpe im deutschen Dichtergarten genannt wird. Im Turm haben seit 2003 der Kunstverein und seit 2008 der Frankenbund ihren Sitz.

Kurzfassung

Sie stehen am Herrieder Tor, einem von früher fünf Stadttoren. Es enthält die ältesten noch bestehenden Befestigungsteile der Stadt. Der Unterbau stammt aus dem 15. Jahrhundert, der barocke Torturm von 1750/51. Täglich um 11 und 17 Uhr spielt hier ein Glockenspiel.

Für Kinder

Du stehst an einem Stadttor mit einem hohen Turm. Er ist 47 Meter hoch. Früher hatte Ansbach fünf solche Tore. Das hier ist das älteste Stück der Stadtbefestigung, das noch steht. Jeden Tag um 11 und 17 Uhr erklingt ein Glockenspiel. Es spielt einen Marsch. Vor dem Tor steht ein Brunnen aus Bronze. Er hat die Form einer Tulpenblüte. Er erinnert an einen Dichter aus Ansbach. Man nannte ihn die Tulpe im deutschen Dichtergarten. Kannst du mit der Hand zeigen, wie hoch 47 Meter sind?

Quellen

Koordinaten: 49.30095, 10.57144 · auf der Karte

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