Sie stehen vor dem Gasthaus Schwarzer Bock am Montgelasplatz. Er liegt im Machtzentrum der Markgrafen, zwischen Residenz, ehemaliger markgräflicher Kanzlei und Hofkirche. Gegenüber liegt das Wohn- und Sterbehaus von Kaspar Hauser. Zur Datierung gibt es zwei Angaben. Eine Quelle vermutet die Anfänge im 11. Jahrhundert, Wikidata nennt 1100. Das vordere Hauptgebäude stammt in Ständerbauweise aus etwa 1500. Die Grundmauern im hinteren, nördlichen Teil sind Bestandteil der Stadtmauer, und einige Fenster der Gästezimmer waren Fenster der Befestigungsbastei. Der große freitragende Gastraum deutet auf einen Bau als Gasthaus von Anfang an. Der Hofdurchgang ist zu schmal für Pferde. Der Name Schwarzer Bock erinnert an die Hausziege, den Lastenträger derer, die kein Pferd hatten. Daraus schließt eine Quelle, dass es kein großbürgerlicher Auftraggeber war. Die Lage im Machtzentrum lässt ihn dagegen einen wohlhabenden Bürger vermuten. Im 18. Jahrhundert bekam das Haus eine bürgerliche Rokokofassade, die es bis heute prägt. Die kleinen Fenster wurden durch größere ersetzt, im Gastraum sank die Zahl der Fenster von fünf auf vier. Der Schwarze Bock war auch ein Hausbräu. Zur Brauerei nennt eine Quelle zwei Stände: Einmal wird nur noch zu besonderen Anlässen in Kleinmengen gebraut, an anderer Stelle seit 2010 als Wirtshausbrauerei. Damit ist der Schwarze Bock die letzte Ansbacher Brauerei. Es wird fast ausschließlich dunkles, untergäriges Bier gemacht, nur in Fässer gefüllt, ohne Verkauf außer Haus. Das Haus hat direkten Zugang zur Markgrafenquelle, einer frühen Wasserversorgung Ansbachs. Das Wasser dient heute für die Forellenbecken. Die Wasserversorgung wurde durch eine einmalige Zahlung an die Kasse des Markgraftums abgegolten, die etwa dem Wert eines Einfamilienhauses entsprach. Heute verlangt der Freistaat jährliche Gebühren. Seit 2009 gehört das Haus der Familie Appel-Fuhrmann. Der Energieverbrauch wurde seitdem um etwa 60 Prozent gesenkt, mit Blockheizkraftwerk, Photovoltaik und Wärmedämmung. Seit 2022 ist der Betrieb zu 100 Prozent bio-zertifiziert. Wie es früher zuging, schildert Karl Arnold in seinen Jugenderinnerungen an die Jahre 1859 bis 1871. Der Gastwirt Mehring und sein Nachfolger Meyer waren berühmt für Bratwürste und gebackene Fische. Eine Sehenswürdigkeit war die neue Kegelbahn, heizbar, mit Marmorbelag und Gummikugeln.
Sie stehen vor dem Gasthaus Schwarzer Bock am Montgelasplatz. Die Anfänge reichen vermutlich ins 11. Jahrhundert zurück, das vordere Hauptgebäude stammt von etwa 1500. Das Haus liegt im Machtzentrum der Markgrafen und wurde durchgehend als Gastbetrieb geführt. Es ist die letzte Ansbacher Brauerei.
Du stehst vor einem Gasthaus namens Schwarzer Bock. Die Einfahrt zum Hof ist zu schmal für ein Pferd. Der Name kommt von einer Hausziege. Wer kein Pferd hatte, ließ sie Lasten tragen. Im 18. Jahrhundert bekam das Haus eine neue Fassade, mit größeren Fenstern. Im Haus wird Bier gebraut, ganz wenig und nur in Fässern. Man kann es nur im Haus trinken. Gegenüber lebte und starb Kaspar Hauser. Würde ein Pferd durch den Hofdurchgang passen?
Koordinaten: 49.3033, 10.5736 · auf der Karte