Sie stehen an der Stadtbrille, einem Tor, das über Wasser steht. Es überspannt die Vils auf sechsundvierzig Metern Länge und ist sechzehn Meter hoch. Zwei Bögen führen den Fluss durch das Tor, ein dritter Bogen dient heute als Fußweg über den ehemaligen Stadtgraben. Die Spannweite eines Bogens liegt bei etwa zehn Metern. Wann die Stadtbrille entstand, lässt sich nicht genau sagen, vermutlich zwischen der zweiten Hälfte des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Erstmals erwähnt wird sie 1454, als „Gang über die Vils“. Das war das Jahr des Amberger Aufstands. Die Bürger hatten dem Kurfürsten Friedrich vorerst die Huldigung verweigert. Der Aufstand scheiterte, und sie mussten dieses Tor mit den beiden angrenzenden Türmen an den Kurfürsten abtreten. Er ließ das Kurfürstliche Schloss zu einer Festung ausbauen. Dabei wurde das westliche Tor vermauert, das Flussbett verengt und eine Wehrmauer errichtet. Das westliche Joch zog man in den Schlossbau hinein. Damals war das Wassertor eingeschossig, über den beiden Mittelpfeilern standen Türme. Im Grundriss sind sie bis heute als fünfeckige Räume zu erkennen. 1580 wurde das Tor um ein Stockwerk erhöht, geleitet vom kurfürstlichen Hofsteinmetzmeister Hans Hauck. Das mittlere Joch bekam ein weiteres Geschoss mit Zwerchgiebeln, die Pfeiler bekamen erkerartige Aufbauten, die Welschen Hauben. 1698 wurden die Turmaufbauten und das dritte Geschoss wegen Baufälligkeit abgebrochen. Seitdem sieht die Stadtbrille so aus, wie Sie sie jetzt sehen. Schauen Sie auf das Mauerwerk. Das Untergeschoss ist verputzt und ockerfarben. Die weißen Fugen darauf sind gemalt, sie täuschen Steinmauerwerk vor. Darüber liegt das Wehrgeschoss aus behauenen Sandsteinquadern, mit runden Schießöffnungen für Wallbüchsen. Ihre Laibungen sind abgetreppt, das sollte gegen Querschläger schützen. Auf den turmartigen Pfeilern ließen sich früher Fallgitter bewegen, mit denen man den Fluss absperrte. Das erste Geschoss über den Bögen war ein Verbindungsgang zwischen dem Kurfürstlichen Schloss und dem Zeughaus auf der anderen Seite der Vils. Im Zinnenturm von 1454 am östlichen Ende wurde Pulver für das Zeughaus gelagert. Heute wird das Durchgangsgeschoss für Ausstellungen genutzt. Zugang hat man über das Landratsamt, also über das Kurfürstliche Schloss. Dort gehen wir als Nächstes hin.
Sie stehen vor der Stadtbrille, einem spätmittelalterlichen Wassertor. Es überspannt die Vils auf sechsundvierzig Meter Länge. Erstmals erwähnt wird es 1454, sein heutiges Aussehen erhielt es 1698. Im Durchgangsgeschoss finden heute Ausstellungen statt.
Die Stadtbrille ist ein Tor, das über einem Fluss steht. Der Fluss heißt Vils und fließt unter den Bögen durch die Stadt. Früher konnte man mit Fallgittern den Fluss absperren. Im zweiten Stock gab es runde Löcher, durch die man schießen konnte. Im Turm daneben lagerte Pulver. Schau auf die Mauer ganz unten: Die weißen Fugen zwischen den Steinen sind nur aufgemalt, der Putz soll aussehen wie Stein. Kannst du das erkennen?
Koordinaten: 49.44281, 11.857362 · auf der Karte