Stadtohr

Stadtrundgang Amberg · Station 7 von 16

Kurfürstliches Schloss (Amberg)

· schloss, kurpfalz, renaissance, statthalter

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kurfürstlichen Schloss, heute dem Landratsamt des Landkreises Amberg-Sulzbach. Warum steht hier ein Schloss? Ab 1269 gehörte der Nordgau den Wittelsbachern. 1329 fielen die Kurpfalz und der Nordgau an die pfälzische Linie. Deren Residenz Heidelberg lag weit entfernt, deshalb bekam der Landesteil in Bayern eine eigene Regierung mit einem Statthalter, der in Amberg residierte. So wurde Amberg Hauptstadt der Oberen Pfalz, von 1329 bis 1621. Kurfürst Ludwig III. ließ das Schloss ab 1417 bauen. Es ersetzte die Alte Veste, den bisherigen Aufenthaltsort des Kurprinzen, der als Statthalter in Amberg residierte. Dann kam 1454. Nachdem eine Rebellion der Amberger, der Amberger Aufruhr, gescheitert war, wandelte Pfalzgraf Friedrich I., der für seinen Neffen Philipp regierte, das Schloss durch Anbauten in eine Zwingburg um: Südflügel, Fuchssteinerturm, Wassergraben mit Toranlage. Das führte zu einem ungewöhnlichen Umstand. Die Residenz wurde zur Stadt hin stärker befestigt als zum umgebenden Land. 1474 feierte Amberg die Amberger Hochzeit: Philipp, der Sohn des Pfälzer Kurfürsten Ludwig IV., heiratete Margarete, die Tochter des Herzogs Ludwig IX. von Bayern-Landshut. Die Feierlichkeiten waren glanzvoll, das Ereignis fand reichsweite Beachtung. Nach Aufwand, Festen und Teilnehmerzahl ist es mit der Landshuter Hochzeit ein Jahr später vergleichbar. Für diese Hochzeit entstand die große Kemenate, der heutige Hauptbau des Schlosses. Um 1502 entstanden unter Kurfürst Philipp Ost- und Nordflügel des Zeughauses auf der anderen Seite der Vils, mit dem Schloss durch die Stadtbrille verbunden. 1557 verursachte ein Blitzschlag einen Großbrand. 1603 erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen, mit hohem Volutengiebel und mächtigem Satteldach. Der Südflügel war 1607 fertig, gebaut unter dem Statthalter Christian von Anhalt vom kurpfälzischen Baumeister Johannes Schoch. 1644 gab es wieder einen Großbrand. 1768 wurde ein großer Teil abgerissen, zugunsten eines Schlossgartens. Von der einst dreiflügeligen Anlage stehen nur noch der Südflügel, das Neue Schloss, und im Norden der Fuchssteinerturm. 1834 wurde der Schlossgraben verfüllt. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergt das Schloss Behörden: zuerst das Königlich Bayerische Bezirksamt und Rentamt, später das Landratsamt, seit 1972 das des Landkreises Amberg-Sulzbach. Die Steine des abgerissenen Nordflügels fanden übrigens neue Verwendung. Davon gleich mehr.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kurfürstlichen Schloss. Kurfürst Ludwig III. ließ es ab 1417 bauen. Es ersetzte die Alte Veste, den Aufenthaltsort des Statthalters. Der heutige Hauptbau entstand zur Amberger Hochzeit 1474. Heute sitzt hier das Landratsamt des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Für Kinder

Dieses Schloss war einmal der Sitz des Statthalters. Heute arbeiten hier die Leute vom Landratsamt. Gebaut wurde es ab 1417. Später lehnten sich die Bürger von Amberg gegen den Fürsten auf, aber es ging schief für sie. Danach ließ der Fürst das Schloss zur Stadt hin stärker befestigen als zum Land. Was meinst du, warum? 1557 schlug ein Blitz ein, und es gab einen Großbrand. Von der großen Anlage von damals steht nur noch ein Teil. Der Rest wurde abgerissen, damit ein Garten Platz hatte.

Quellen

Koordinaten: 49.4428, 11.8567 · auf der Karte

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