Stadtohr

Stadtrundgang Amberg · Station 8 von 16

Kurfürstliche Regierungskanzlei (Amberg)

· renaissance, verwaltung, kurfürst, justiz

Ausführlich

Sie stehen vor der ehemaligen kurfürstlichen Regierungskanzlei, heute dem Landgericht Amberg. Der Name sagt, wofür sie gebaut wurde: für die Verwaltung. 1543 brachte Kurfürst Friedrich II. die Regierung nach einer vorübergehenden Verlegung nach Neumarkt zurück nach Amberg und ließ in den folgenden Jahren die Kanzlei errichten. Begonnen wurde 1544, fertig war sie wohl 1547. Der Gedanke dahinter war, Hofhaltung und Verwaltung zu trennen. Für ein Dreiviertel Jahrhundert erlebte Amberg damit wieder den Glanz einer Hofhaltung. Schauen Sie auf die Fassade. Der Bau aus dem 16. Jahrhundert ist ein dreigeschossiger Quaderbau. Am meisten zieht der zweigeschossige Erker über dem Straßenportal den Blick an. In den Fensterbrüstungen sind im ersten Stock die Wappen der Kurpfalz und des Königreichs Dänemark angebracht, im zweiten die Porträts Friedrichs II. und seiner Gemahlin Dorothea von Dänemark. An den Schmalseiten sind wohl die Neffen Ottheinrich und Philipp der Streitbare dargestellt. In der Torhalle mit spätgotischen Netzgewölben und seitlichen Renaissanceportalen ist der „Amberger Schuh“ angebracht, das damals gültige Normalmaß. Im Haus gibt es Räume mit Balkenbohlendecken, die in der Barockzeit überputzt wurden, nur das Erkerzimmer im ersten Stock nicht. In der Südostecke des ersten Obergeschosses liegt ein Raum mit einem weit herabgezogenen spätgotischen Schlinggewölbe. Im Gang steht ein offener Kamin von 1547 mit Halbfiguren der göttlichen Tugenden und der antiken Kardinaltugenden. Danach wuchs der Komplex. 1597 bis 1598 erweiterte der Statthalter Christian von Anhalt die Kanzlei nach Norden. 1601 kam der polygonale Treppenturm im Hof dazu. 1698 errichtete der Hofbaumeister Wolfgang Dientzenhofer im Süden das ehemalige Rentkammer- oder Hofkammergebäude. 1768 begann man mit dem Bau des Nordflügels und verwendete dafür die Steine des abgebrochenen Nordflügels des Kurfürstlichen Schlosses, wo sich zuvor die Kanzlei befunden hatte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam ein großer barocker Erweiterungsbau dazu, ein dreigeschossiger Putzbau, der sich der ursprünglichen Anlage optisch anpasst. So besteht der Komplex heute aus sieben Gebäuden, in verschiedenen Bauphasen errichtet und durch mehrere Umbauten zusammengefügt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der ehemaligen kurfürstlichen Regierungskanzlei, einem bedeutenden Bauwerk der Renaissance. Kurfürst Friedrich II. ließ sie 1544 beginnen, um Hofhaltung und Verwaltung zu trennen. Fertig war sie wohl 1547. Heute sitzt hier das Landgericht Amberg.

Für Kinder

Hier wurde früher ein ganzer Landesteil verwaltet. Kurfürst Friedrich der Zweite ließ das Haus ab 1544 bauen, damit Hofhaltung und Verwaltung getrennt sind. Heute sitzt hier das Landgericht. Schau auf den Erker über dem Tor. Dort sind Wappen angebracht und Porträts von Friedrich und seiner Frau Dorothea aus Dänemark. In der Torhalle ist ein altes Maß angebracht, der Amberger Schuh. Er war damals das gültige Normalmaß. Findest du die Gesichter am Erker?

Quellen

Koordinaten: 49.4441, 11.856 · auf der Karte

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