Stadtohr

Stadtrundgang Amberg · Station 5 von 16

Nabburger Tor

· stadttor, stadtbefestigung, renaissance, gefängnis

Ausführlich

Sie stehen vor dem Nabburger Tor, dem ältesten Stadttor Ambergs. Bevor wir das Tor ansehen, ein Wort zur Mauer, zu der es gehört. Amberg war durch den Eisenerzbergbau reich geworden und leistete sich ab dem 14. Jahrhundert eine gigantische Stadtbefestigung: über hundert Türme und mehrere Kilometer zweireihige Stadtmauern. Der Stadtgraben war stets gefüllt und aufgestaut, so wurde die ganze Stadt zu einer Wasserfestung. Sie muss so furchteinflößend gewesen sein, dass sie bis 1703 nie ernsthaft belagert wurde. Der Bürgermeister Michael Schwaiger schrieb 1564 in seiner Chronik, München sei die schönste, Leipzig die reichste und Amberg die festeste Fürstenstadt. Ein erstes Nabburger Tor gab es schon bei der Stadtbefestigung des 13. Jahrhunderts, im Bereich der heutigen Bahnhofstraße. Wie es aussah, weiß man nicht. Im 14. Jahrhundert wurde die Befestigung erweitert, Baubeginn war der 2. Mai 1326, und die Georgen- und die Spitalvorstadt wurden einbezogen. Dabei entstand ein weiteres Tor, urkundlich erstmals 1382 zu fassen. Es hatte einen Spitzbogen und wurde von zwei halbkreisförmigen Türmen flankiert, die nur dreigeschossig waren. Im 15. Jahrhundert, beim Bau der Zwingermauer zwischen Vilstor und St. Georg, kam ein Geschoss hinzu. 1587 erhielt das Tor unter Pfalzgraf Johann Casimir weitgehend sein heutiges Aussehen. Die beiden Türme wurden aufgestockt, der Mittelbau wurde erhöht. Erkennbar ist das am Räthsandstein. Schauen Sie hinauf: Die Flankentürme sind dreiundzwanzig Meter hoch und gehen im zweiten Obergeschoss in ein Oktogon über. Auf dem Mittelbau sitzt das Wappen der Kurpfalz, darüber die Inschrift J. C. P. T. und A., das heißt Johannes Casimirus Comes Palatinus Tutor et Administrator. Über dem obersten Fenster war früher die Inschrift „1587 G. H.“ zu lesen, sie nennt den Stadtbaumeister Georg Haßfurter. Die Untergeschosse der Türme dienten als Gefängnis. Im Durchgang des östlichen Turms ist noch eine rechteckige Öffnung zu erkennen. Durch sie wurden Gefangene in einen Raum ohne Tür und Fenster hinabgelassen. Vor dem Tor stand bis ins 20. Jahrhundert ein Pflasterzollhäuschen. Den Pflasterzoll zahlte, wer von auswärts Handel trieb, die Einheimischen nicht. Er wurde bis in die 1930er Jahre erhoben. Mitte der 1950er Jahre verschwand das Häuschen beim Bau des Kreisverkehrs. Heute ist das Tor nur noch in eine Richtung aus der Stadt hinaus befahrbar.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Nabburger Tor, dem ältesten Stadttor Ambergs. Sein heutiges Aussehen erhielt es 1587 unter Pfalzgraf Johann Casimir. Die beiden Flankentürme sind dreiundzwanzig Meter hoch. Heute ist das Tor nur noch in eine Richtung aus der Stadt hinaus befahrbar.

Für Kinder

Dieses Tor ist das älteste Stadttor von Amberg. Es hat zwei dicke Türme, jeder dreiundzwanzig Meter hoch. Amberg hatte früher über hundert Türme und eine doppelte Stadtmauer. In den unteren Räumen der Türme war ein Gefängnis. Im Gang des östlichen Turms sieht man noch eine eckige Öffnung. Durch sie ließ man Gefangene in einen Raum ohne Tür und ohne Fenster hinab. Vor dem Tor stand ein Zollhäuschen. Wer von außerhalb Handel trieb, musste Zoll zahlen, die Amberger nicht. Findest du die Öffnung im östlichen Turm?

Quellen

Koordinaten: 49.444661, 11.862695 · auf der Karte

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