Stadtohr

Stadtrundgang Amberg · Station 10 von 16

Katholische Pfarrkirche St. Georg

· kirche, gotik, barock, stuck

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtpfarrkirche St. Georg, einer gotischen, barockisierten Basilika. Neben ihr liegt der gewaltige Baukomplex des Jesuitenkollegs. Die Geschichte dieses Platzes ist älter als die Kirche. 1094 wurde St. Georg erstmals erwähnt, als Pfarrkirche außerhalb der Siedlung. Grabungen im Jahr 1977 ergaben als ersten Vorgängerbau einen Saalbau mit eingezogener Apsis aus den Jahren nach 1034. Das heutige Bauwerk wurde nach einer Inschrift am Chor ab 1359 als hochgotische dreischiffige Basilika errichtet. 1379 ist Heinrich Hirsel als Baumeister bezeugt. Der Kirchenraum war um 1407 vollendet, der Turm Anfang des 16. Jahrhunderts. Schauen Sie am Außenbau entlang. Lanzettfenster prägen die Seitenschiffe und den Chor, nur im Obergaden sitzen barocke Rundfenster. Der Westturm ist in das Langhaus einbezogen. Nach oben verjüngt er sich und endet in einem Oktogon mit welscher Haube und Laterne. Im Westen sehen Sie ein Gewändeportal mit Steilgiebel, die Figurenbaldachine darin sind heute leer. Das barocke Hauptportal liegt zwischen den beiden südlichen Seitenkapellen. An der Südseite des Chores entdeckte man 1977 Reste der originalen Fassung, mit Figuren vor einer Häuserreihe und mit Inschriften. Die Kirche hat bewegte Zeiten erlebt. Von 1599 bis 1619 war sie geschlossen. 1622 wurde sie den Jesuiten übergeben, 1629 gingen die Pfarrrechte auf St. Martin über. Von 1782 bis 1808 gehörte sie dem Malteserorden, seit 1808 wurde sie als Garnisons- und Studienkirche genutzt. Erst seit 1923 ist sie wieder Pfarrkirche. Innen ist sie vom Barock bestimmt. Von 1718 bis 1723 wurde die Kirche umfassend barockisiert, den Stuck schuf Johann Baptist Zimmermann. Er legt sich über die gotischen Pfeiler, Bögen und Rippen. Die zwölf Apostel, die Zimmermann um 1720 schuf, schweben über den Arkadenbögen auf Wolkenbänken. Jeder ist lebendig und individuell charakterisiert. Die Fresken von Johann Adam Müller zeigen das Martyrium des Kirchenpatrons, das über dem Hochaltar mit seiner Enthauptung endet. Das Bild des Hochaltars, die Glorie des heiligen Georg, malte 1766 der Münchner Hofmaler Johann Nepomuk Schöpf. Im Tabernakel steht ein Gnadenbild aus dem Kloster Kastl, eine Muttergottes als Halbfigur, ein niederländisches Tafelbild aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eine letzte Geschichte zur Orgel. Schon ab etwa 1430 gab es eine Schwalbennestorgel. 1604 wurde das schadhafte Instrument abgenommen, die Pfeifen wurden eingeschmolzen, und das gewonnene Zinn, 261 Pfund, wurde verkauft.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtpfarrkirche St. Georg, einer gotischen Basilika mit barocker Ausgestaltung. Schon 1094 wird sie erwähnt, der heutige Bau entstand ab 1359. Im Inneren schuf Johann Baptist Zimmermann um 1720 zwölf Apostel aus Stuck. Neben der Kirche liegt das Jesuitenkolleg.

Für Kinder

Diese Kirche ist sehr alt. Schon 1094 wurde sie in einer Urkunde erwähnt. Das heutige Gebäude wurde ab 1359 gebaut, außen gotisch und innen barock verziert. Dort schweben zwölf Apostel aus Stuck auf Wolken über den Bögen. Der Künstler Johann Baptist Zimmermann machte sie um 1720, und jeder sieht anders aus. Über dem Altar hängt ein Bild vom heiligen Georg. Früher gab es auch eine Orgel, die abgebaut wurde. Man schmolz die Pfeifen ein und verkaufte das Zinn. Kannst du alle zwölf Apostel zählen?

Quellen

Koordinaten: 49.44404, 11.85003 · auf der Karte

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