Stadtohr

Stadtrundgang Amberg · Station 11 von 16

Jesuitenkolleg Amberg

1665 · jesuiten, schule, barock, malteser

Ausführlich

Sie stehen vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Seine Geschichte beginnt mit einer Schlacht. Nach der Niederlage des Kurfürsten Friedrich V. in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag am 8. November 1620 fiel die Oberpfalz an Bayern und wurde rekatholisiert. Die ersten Jesuiten kamen 1621 in Begleitung der bayerischen Truppen nach Amberg. 1624 wies man ihnen den Pfarrhof der Georgskirche zu, und 1626 gründeten sie ein Gymnasium. Dafür bekamen sie zuerst die Räume des calvinischen Pädagogiums im ehemaligen Franziskanerkloster. Als die Franziskaner 1627 zurückkehrten, musste die Schule umziehen. 1630 war sie neben der Kirche St. Georg angekommen. Für den Bau des Kollegs musste in diesem Jahr das Georgentor der Stadtbefestigung abgerissen werden. Die Jesuiten spielten auch Theater. Am 9. September 1653 führten sie das Stück Philothea auf, in Anwesenheit des Herzogs Christian August von Sulzbach. Von diesem Oratorium ist die Musik von Pater Johann Paul Silbermann noch überliefert. Die neuen Gebäude entstanden ab 1665. Die Baumeister waren Wolfgang Hirschstetter, Georg Hagn und Andreas Wels der Ältere. 1684 baute Georg Dientzenhofer den Nordflügel, und sein Bruder Wolfgang Dientzenhofer stockte 1689 den Westflügel auf. Der südöstliche Verlängerungstrakt entstand von 1674 bis 1678, so wurde die Front 160 Meter lang und riegelt das Bauwerk gegen die Stadt ab. Schauen Sie diese Front entlang. Nur der Verlängerungstrakt ist reicher gestaltet, mit stattlichen Portalen und Volutengiebeln. Der Kongregationssaal darin hat eine Kassettendecke von 1676 bis 1678 mit 585 Quadratmetern Fläche. Das Kolleg war zugleich Gymnasium und Klerikalseminar. Im 18. Jahrhundert besuchten über 300 Gymnasiasten die Schule, und 100 Kandidaten der Philosophie und Theologie waren am Lyzeum eingeschrieben. Der Unterricht war kostenlos. An die 30 Ordensleute waren hier tätig, einige wurden für die Überseemission in Paraguay, Chile und Brasilien abgestellt. Die Jesuiten betreuten Kirche und Kolleg bis zur Aufhebung ihres Ordens im Jahr 1773. Als Ende des Kollegs wird auch das Jahr 1774 genannt. Danach übergab Kurfürst Karl Theodor den Besitz dem Großpriorat Bayern der Malteser. Sie bezogen die Gebäude am 30. August 1782, deshalb heißen sie bis heute das Maltesergebäude. 1806 kam der Komplex in staatlichen Besitz. Bis 1926 war hier das heutige Erasmus-Gymnasium untergebracht. Heute sind es die Staatliche Bibliothek, das Pfarramt St. Georg, Wohnungen und eine Brauereigaststätte.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Die Jesuiten kamen 1621 mit den bayerischen Truppen nach Amberg, 1626 gründeten sie ein Gymnasium, ab 1665 entstanden die großen Gebäude. Die Front ist 160 Meter lang. Weil später die Malteser einzogen, heißt der Bau bis heute Maltesergebäude.

Für Kinder

Hier gab es früher eine Schule der Jesuiten. Sie lehrten Schüler und bildeten auch Priester aus. Der Unterricht war kostenlos, und über dreihundert Schüler kamen. Die Jesuiten spielten außerdem Theater. Später zogen die Malteser ein, deshalb heißt das Haus noch heute Maltesergebäude. Heute sind darin eine Bibliothek, das Pfarramt, Wohnungen und eine Brauereigaststätte. Das Gebäude ist an der Front 160 Meter lang. Wie viele Schritte brauchst du, wenn du sie entlanggehst?

Quellen

Koordinaten: 49.44421, 11.850412 · auf der Karte

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