Sie stehen vor dem Eh’häusl. Zweieinhalb Meter. So breit ist dieses Haus in der Altstadt von Amberg. Es steht auf einer Grundfläche von etwa zwanzig Quadratmetern und ist ohne Seitenwände zwischen zwei Nachbarhäuser eingehängt. Heute ist es ein Hotel. Die Betreiberin, die Stadtbau-Gesellschaft der Stadt Amberg, bezeichnet es als das kleinste Hotel der Welt. Zum Namen. Er leitet sich möglicherweise vom frühneuhochdeutschen Wort Ehalten ab, das Gesinde oder Dienstboten bedeutet. Vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert deutete ihn der Volksmund zu Ehehäuschen oder Ehehaus um. Und nun die Geschichte dahinter. Zu den zentralen Anliegen der bayerischen Landesgesetzgebung vom 14. bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert gehörte das Bemühen, die Geburtenrate zu bremsen, besonders bei Menschen mit wenig Geld. Heiraten von Gesinde oder Tagelöhnern wurden deshalb erschwert oder verboten. Der Rat der Stadt Amberg soll als Bedingung für die kirchliche Trauung schuldenfreien Haus- und Grundbesitz verlangt haben. Einer Sage nach baute deshalb ein Amberger Bürger 1728 dieses Haus, um unvermögenden Paaren die Heirat zu ermöglichen. Nach den Flitterwochen sollen sie es jeweils an das nächste Brautpaar weiterverkauft haben. Bis ins 18. Jahrhundert soll das Haus ausschließlich frisch verheirateten Ehepaaren zu diesem Zweck gedient haben. 1976 passierte etwas Unerwartetes. Bei Bauarbeiten der Altstadtsanierung wurde eines der beiden Nebengebäude abgerissen, und das Eh’häusl stürzte komplett ein. Es wurde originalgetreu wieder aufgebaut und wird seither als Hotel betrieben. In der ersten Hälfte des Jahres 2008 wurde es für rund 200.000 Euro generalsaniert. 2009 feierte die Stadt ihr 975-jähriges Bestehen. Dabei wurde im Stadttheater ein Musical über die Entstehung des Eh’häusls uraufgeführt, gesungen von 150 Schülern des Unter- und Oberstufenchors des Max-Reger-Gymnasiums. Das Stadttheater ist unsere nächste Station.
Sie stehen vor dem Eh’häusl, einem nur zweieinhalb Meter breiten Haus. Heute ist es ein Hotel, nach Angaben der Betreiberin das kleinste der Welt. Einer Sage nach baute es 1728 ein Bürger, damit arme Paare heiraten konnten. 1976 stürzte es ein und wurde wieder aufgebaut.
Dieses Haus ist nur zweieinhalb Meter breit. Es hat keine Seitenwände und hängt zwischen den Nachbarhäusern. Heute ist es ein Hotel. Früher durften arme Menschen oft nicht heiraten. Der Rat der Stadt soll ein schuldenfreies Haus verlangt haben. Einer Sage nach baute deshalb ein Bürger dieses winzige Haus. Jedes Brautpaar durfte darin die Flitterwochen verbringen und verkaufte es dann weiter. Als 1976 ein Nachbarhaus abgerissen wurde, stürzte das Eh’häusl ein. Man baute es wieder auf. Würdest du in so einem schmalen Haus übernachten wollen?
Koordinaten: 49.44476, 11.85269 · auf der Karte