Stadtohr

Stadtrundgang Altenburg · Station 3 von 16

Teehaus

1712 · barock, schlossgarten, orangerie, bürgerengagement

Ausführlich

Sie stehen vor dem Teehaus, mitten im Park des Altenburger Schlosses. Zusammen mit der Orangerie bildet es einen Gebäudekomplex im Barockstil. Er ist als Kulturdenkmal eingetragen. Die Häuser entstanden zwischen 1706 und 1712 unter Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Er ließ den bis dahin vernachlässigten Schlossgarten als französischen Barockgarten neu anlegen. An dieser Stelle standen schon ein älteres Lusthaus, mehrere kleine Gewächshäuser und dahinter das sogenannte Ballspielhaus. Das Neue Lusthaus an der höchsten Stelle sollte den krönenden Abschluss der Arbeiten bilden. Architekt war der Zeitzer Landbaumeister Johann Heinrich Gengenbach, der seit 1703 auch am Altenburger Schloss um- und neu baute. Dann wandelte sich der Garten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er noch einmal umgestaltet, diesmal im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Nun wurden die Gebäude wohl auch für Zwecke außerhalb des Hofes genutzt. 1841 und 1842 veranstaltete hier die Altenburger Pomologische Gesellschaft eine erste und zweite, vielbeachtete Georginen-Ausstellung mit Preisverleihung. Georginen sind Dahlien. Nach dem Ersten Weltkrieg eröffnete das Altenburger Kaffeehaus Volkstädt im Festsaal des Teehauses ein Café. Im Mezzaningeschoss des Mittelpavillons der Orangerie hatte der bekannte Altenburger Maler Ernst Müller-Gräfe bis zu seinem Tod 1954 sein Atelier. Wandbilder von Ernst Müller-Gräfe gab es auch im Lindenau-Museum, mit dem wir begonnen haben. In den 1960er und 1970er Jahren wurde das Teehaus Familientreffpunkt mit Live-Musik und Konzerten, östlich davon lag ein Biergarten. Die Orangerie hieß nun Klub der Volkssolidarität. Seit den 1990er Jahren stand der ganze Komplex leer. Im Dezember 2004 gründeten engagierte Bürger einen Förderverein, um ihn zu retten. Nach mehrjähriger Sanierung wurden Teehaus und Orangerie im September 2012 wieder eröffnet. Die Baukosten betrugen 3,6 Millionen Euro. Der Teehaussaal wird seither wieder für Veranstaltungen genutzt, in der Orangerie gibt es saisonal ein Café. Als Nächstes folgt das Schloss selbst.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Teehaus im Park des Altenburger Schlosses. Es wurde zusammen mit der benachbarten Orangerie zwischen 1706 und 1712 im Barockstil gebaut, unter Herzog Friedrich II. Architekt war Johann Heinrich Gengenbach. 2012 wurden beide Häuser nach einer Sanierung wieder eröffnet.

Für Kinder

Du stehst im Park eines Schlosses vor einem Teehaus. Ein Herzog hat es zusammen mit der Orangerie nebenan bauen lassen, 1712 war es fertig. Hier standen vorher ein Lusthaus, kleine Gewächshäuser und ein Haus zum Ballspielen. Später gab es im Teehaus ein Café. In den 1960er und 1970er Jahren trafen sich hier Familien, es gab Musik und einen Biergarten. Dann stand das Haus lange leer. Bürger gründeten einen Verein, um es zu retten. 2012 wurde es wieder eröffnet. Was würdest du in einem Teehaus im Park feiern?

Quellen

Koordinaten: 50.9885, 12.4424 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.