Stadtohr

Stadtrundgang Altenburg · Station 4 von 16

Schloss Altenburg (Thüringen)

976 · schloss, kaiserpfalz, barbarossa, orgel

Ausführlich

Sie stehen am Schloss Altenburg, hoch auf dem Schlossberg. Es war die Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg. Aber seine Geschichte ist viel älter als jede Herzogswürde. Schauen Sie auf den Felsen: Er besteht aus Porphyr, und auf ihm stand zuerst eine slawische Wallanlage. 976 erwähnt Kaiser Otto II. die Altenburg erstmals. Im 12. Jahrhundert baute Kaiser Friedrich Barbarossa sie zur Kaiserpfalz aus. Sechsmal hielt er sich hier auf, das erste Mal 1165. 1180 belehnte er hier den Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern. Ein Gemälde im Schloss erinnert daran. Zwischen 1147 und 1329 sorgten Burggrafen für Sicherung und Verwaltung des königlichen Guts. 1455 geschah hier, was als Altenburger Prinzenraub bekannt ist: Der Ritter Kunz von Kauffungen entführte die Prinzen Ernst und Albrecht. Das Schloss ist der Originalschauplatz. Die Mutter der Prinzen, die Kurfürstin Margaretha, liegt in der Schlosskirche begraben. Ihr Grab schuf Peter Vischer 1486. Zum Schloss ausgebaut wurde die Burg erst zwischen 1706 und 1744 unter den Herzögen Friedrich II. und Friedrich III. Von 1826 bis 1918 war es Residenz des jüngeren Hauses Sachsen-Altenburg. Seit Ende 1918 nutzt es die Stadt, 1943 übereignete es der ehemalige Herzog Ernst II. ihr auch formal. Zweimal brannte es schwer. 1868 brannten das Prinzenpalais und das Kornhaus aus, sechs Feuerwehrleute kamen ums Leben. Am 23. April 1987 brannte die Junkerei fast völlig nieder. In der Schlosskirche steht eine berühmte Orgel. Die Kirche St. Georg wurde von 1404 bis 1414 gotisch gebaut. Ein Brand 1444 ließ das Gewölbe einstürzen, es wurde als reiches Sterngewölbe wieder aufgebaut. Weil das Schloss auf einem Felsen steht, ruht die Kirche auf einem Altan. Die Orgel von Tobias Heinrich Gottfried Trost entstand 1735 bis 1739. Auf ihr spielte unter anderem Johann Sebastian Bach, und Johann Ludwig Krebs war hier von 1756 bis 1780 Organist. Auch Franz Liszt spielte sie öfter. Friedrich Ladegast baute sie später um und entfernte 1882 unter anderem das 32-Fuß-Register, doch der Großteil der Substanz von Trost blieb erhalten. Zur 1000-Jahr-Feier Altenburgs 1976 war sie wieder in Ordnung: Die Firma Eule hatte sie von 1974 bis 1976 auf den Zustand von 1739 zurückrestauriert. Zwei Türme sind erhalten, von ursprünglich sieben. Der Hausmannsturm stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist mit 32 Metern das höchste Bauwerk der Anlage. Er hat keine Etagen, nur einen stufenlosen Wendelgang, was den Transport von Kanonen erleichterte. Die Flasche ist ein romanischer Bergfried, im Jahr 1000 gebaut, mit abschnittsweise bis zu vier Metern dicken Mauern. Im Schloss liegt auch das Spielkartenmuseum. Altenburg ist durch das nach 1810 hier erfundene Kartenspiel Skat bekannt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Schloss Altenburg auf dem Schlossberg, der ehemaligen Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg. Die Burg auf dem Porphyrfelsen wurde 976 erstmals erwähnt. Hier fand 1455 der Altenburger Prinzenraub statt. Im Schloss liegt auch das Spielkartenmuseum.

Für Kinder

Du stehst vor einem Schloss auf einem Felsen. Schon im Jahr 976 wurde die Burg hier zum ersten Mal erwähnt. Kaiser Barbarossa war sechsmal zu Gast. Später wohnten hier Herzöge. Und 1455 geschah hier etwas Aufregendes: Ein Ritter entführte zwei Prinzen, Ernst und Albrecht. Im Schloss gibt es auch ein Museum für Spielkarten. Denn in Altenburg wurde ein Kartenspiel erfunden, es heißt Skat. Hast du schon einmal Karten gespielt?

Quellen

Koordinaten: 50.9885, 12.4395 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.