Sie stehen vor dem Landestheater Altenburg. Das Große Haus hat 500 Plätze, dazu kommen das Heizhaus und das Theater unterm Dach. Heute ist das Mehrspartentheater Teil von Theater Altenburg Gera. Vor diesem Haus gab es andere Bühnen. Ab etwa 1772 wurde im Schlossgartentheater gespielt, Opern und Melodramen. 1779 schloss das Theater im Schlosspark, und Bürger nahmen die Sache selbst in die Hand. Sie bauten in der Pauritzer Gasse eine Scheune zu einem städtischen Theater mit etwa 700 Plätzen um, das Alte Komödienhaus, das von 1783 bis 1842 bestand. Wegen der starken Nachfrage spielte man dort hauptsächlich Schiller. 1843 leitete Albert Lortzing in Altenburg selbst seine Spielopern Zar und Zimmermann und Der Wildschütz. Der junge Lortzing, 1801 geboren, war im Alten Komödienhaus schon einmal mit seinen Eltern aufgetreten. Mitte des 19. Jahrhunderts genügten die Spielstätten dem Publikum nicht mehr. 1868 sprach sich der Herzog für ein neues Theater aus. 1869 bis 1871 baute Otto Brückwald, ein Schüler Sempers, das Neue herzogliche Hoftheater im Stil der Neorenaissance, mit drei Rängen und Logen. Vorbild war Sempers Königliches Hoftheater in Dresden, 1841 fertiggestellt und 1869 abgebrannt. Das Altenburger Haus war eine fast originalgetreue Nachbildung im kleineren Maßstab und mit einfacherer Ausschmückung. Dass man das heute nicht mehr erkennt, liegt an späteren Umbauten. Die Baukosten lagen bei etwa 350.000 Mark. Am 16. April 1871 wurde eingeweiht, mit Webers Freischütz unter Wilhelm Stade. Die erste Spielzeit begann am 24. September 1871 mit Laubes Die Karlsschüler. 1873 folgte die gefeierte Altenburger Erstaufführung von Wagners Tannhäuser, 1875 Lohengrin, 1876 Der fliegende Holländer. 1886 kamen Bizets Carmen und Wagners Meistersinger. 1904 und 1905 wurde das Theater umgebaut, mit mondäner Innenausstattung, goldenen Verzierungen und rot gepolsterten Sitzen. Ein Foyertrakt kam hinzu, mit Kassenfoyer, Hauptfoyer und zusätzlichen Aufgängen. 1909 kam Wagners Ring des Nibelungen auf die Bühne. 1918 dankte der Herzog ab, das Haus hieß nun Landestheater. Ab 1922 wirkte Georg Göhler hier, und von Altenburg aus kam es zu einer Verdi-Renaissance in Deutschland. Auch Kurt Weills Der Protagonist und Der Zar läßt sich photographieren wurden hier in Neufassung uraufgeführt, in Anwesenheit des Komponisten. 1925 sparte die Landesregierung Zuschüsse ein. Daraufhin gründeten Bürger die Vereinigung der Theaterfreunde und verhinderten Abbaupläne. Dieses Haus ist also auch ein Beispiel dafür, dass Altenburger um ihr Theater gekämpft haben.
Sie stehen vor dem Landestheater Altenburg, einem Mehrspartentheater. Das Große Haus hat 500 Plätze. Es wurde 1869 bis 1871 als Neues herzogliches Hoftheater im Stil der Neorenaissance gebaut, vom Architekten Otto Brückwald. Eingeweiht wurde es am 16. April 1871 mit Webers Freischütz.
Du stehst vor einem Theater. Der große Saal hat 500 Plätze. Gebaut wurde es für den Herzog, 1871 war es fertig. Damals hieß es Neues herzogliches Hoftheater. Am Eröffnungstag, dem 16. April 1871, spielte man die Oper Der Freischütz. Das Vorbild stand in Dresden. Das Theater dort war abgebrannt, und das Altenburger Haus ist eine kleinere Nachbildung. Früher spielte man in einer Scheune, die Bürger zum Theater umgebaut hatten. Warst du schon einmal im Theater? Was hast du gesehen?
Koordinaten: 50.98717, 12.43785 · auf der Karte