Sie stehen in der Eilfschornsteinstraße am Klosterrather Hof. Suchen Sie den Torbogen. Er ist von 1786, und er ist das Einzige, was von diesem Hof übrig ist. Seit 1536 war dies das Aachener Stadthaus der Abtei Klosterrath im Herzogtum Limburg. Nach dem Stadtbrand von Aachen wurde das Grundstück 1660 durch Zukäufe wesentlich vergrößert, unter anderem entlang der Eilfschornsteinstraße. Bis 1786 erfolgten Neubauten durch den Aachener Barockbaumeister Joseph Moretti, und aus dieser Zeit stammt das Tor. Dann wechselt der Besitzer, und zwar auf eine Weise, die man selten so genau belegt findet. 1802 fiel der Hof im Zuge der Säkularisation der linksrheinischen Departements nach Konsularbeschluss vom 9. Juni an die Französische Republik. Bei seinem Besuch in Aachen im September 1804 verkaufte Napoleon persönlich den Hof an den aus dem Elsass stammenden und von ihm geschätzten Nadelfabrikanten Laurenz Jecker, für nur dreizehntausend Franc. Und nun zu den Nadeln, denn sie sind ein Faden, der durch diesen ganzen Rundgang läuft. Zusammen mit den Brüdern Jean-Baptiste und Jean Vincent Victor Migeon richtete Jecker hier eine moderne Nadelfabrik ein. Rechnen Sie die Zahlen gegeneinander: etwa einhundertfünfzig Mitarbeiter, jährlich über eine Million Stecknadeln, exportiert nach ganz Europa. 1809 zog sich Jecker nach einer Krise zurück und verkaufte seine Anteile an die Brüder Migeon. 1811 stiegen Johann Josef und Johann Heinrich Schervier ein, die bereits am Templergraben einen Kupferhof betrieben, und das Unternehmen hieß nun Migeon et Schervier frères. Von 1823 bis zu seinem Tod 1845 war Johann Heinrich Schervier alleiniger Eigentümer. Ein Name aus dieser Familie ist geblieben: Seine Tochter, die Ordensgründerin Franziska Schervier, wuchs in dem Wohnhaus Eilfschornsteinstraße 15 auf. 1845 erbte Ludwig Heinrich Schervier das Grundstück und verlegte die väterliche Fabrik als Kratzenfabrik Kern und Schervier nach Burtscheid, behielt aber die Grundstücke hier. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Klosterrather Hof zerstört und danach weitgehend beseitigt. Die Grundstücke gingen an das Land Nordrhein-Westfalen zur Nutzung durch die Technische Hochschule, die hier einen Hörsaalgebäudekomplex baute, das Kármán-Auditorium. Lediglich der Torbogen von 1786 blieb erhalten und wurde in die Freiflächengestaltung integriert. Zum Schluss eine Studentengeschichte, die eine Quelle als Sage bezeichnet. Unter Studierenden ist verbreitet, das Tor bringe Unglück. Den Erstsemestern wird erzählt, sie würden ihren Abschluss nicht schaffen, wenn sie hindurchgingen. Deshalb umgehen zahlreiche Studierende das Tor lieber. Wir gehen weiter und nach unten, in die Römerzeit.
Sie stehen in der Eilfschornsteinstraße am Klosterrather Hof. Er war seit 1536 das Aachener Stadthaus der Abtei Klosterrath, später Wohn- und Fabrikationskomplex. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zerstört. Erhalten ist nur das Hoftor von 1786.
Suche hier das alte Tor aus Stein. Es ist von 1786 und das Einzige, was von einem großen Hof übrig ist. Zuerst wohnten hier Mönche, ab 1536. Dann kam der französische Kaiser Napoleon 1804 nach Aachen und verkaufte den Hof an einen Fabrikanten. Danach wurde hier etwas sehr Kleines gemacht: Stecknadeln, jedes Jahr über eine Million. Im Zweiten Weltkrieg wurde alles zerstört, nur das Tor blieb. Studenten erzählen sich: Wer durch das Tor geht, schafft seine Prüfungen nicht. Würdest du hindurchgehen?
Koordinaten: 50.7771, 6.07985 · auf der Karte