Stadtohr

Stadtrundgang Aachen · Station 11 von 16

Aachener Domschatzkammer

1979 · schatzkammer, goldschmiedekunst, welterbe

Ausführlich

Sie stehen in der Aachener Domschatzkammer. Sie präsentiert den Kirchenschatz des Aachener Doms, eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kulturschätze der Welt. Diese Station erzählt kein Stück, sondern einen Umzug, genauer gesagt eine ganze Reihe davon. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert lagen die Stücke der stetig wachsenden Sammlung in einem großen gotischen Reliquienschrank in der Sakristei, der Matthiaskapelle. Im 19. Jahrhundert nahm ein neuer Schrank auf engstem Raum die Hauptstücke auf: Karlsschrein und Marienschrein, den Goldaltar, das Lotharkreuz und die Karlsbüste. Er stand von 1873 bis 1881 in der Karlskapelle und dann, wegen besserer klimatischer Verhältnisse, in der barocken Ungarnkapelle, wo die Sammlung bis 1931 blieb. Ein Detail aus einem Reiseführer des 19. Jahrhunderts: Der so aufbewahrte Domschatz wurde vom Küster gegen Entgelt Fremden präsentiert. Nach dem Ersten Weltkrieg wählte Dombaumeister Joseph Buchkremer die Allerseelenkapelle als Bergungsort, und 1922 begann dort der Ausbau einer ersten Schatzkammer, die 1931 eröffnete. Neunzig Quadratmeter, und für damalige Verhältnisse war das angemessen groß: Eine Sammlung, die jahrhundertelang in einem engen Schrank steckte, konnte nun ausgestellt werden. Der nächste Umzug hatte einen Grund, den man nicht erwartet. 1975 wählte das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau den Aachener Domschatz aus, um für ihn einen Erprobungsbunker für Sachschutz zu errichten. Weil im Ernstfall nur kurze Transportwege eine schadlose Umlagerung gewährleisten, baute das Domkapitel in unmittelbarer Nähe dieses Bunkers an der Westseite des Kreuzgangs eine neue Schatzkammer. 1979 wurden die neuen Räume in Dienst genommen, drei Räume, 490 Quadratmeter, die Exponate in chronologischer Reihenfolge. 1995 folgte eine Neuaufstellung auf 600 Quadratmetern. Eine Anmerkung zur Quelle: Eine Quelle nennt an einer Stelle fünf Themen, an anderer Stelle sechs, und listet dann sechs auf. Ich glätte das nicht. Die Themen sind Karl der Große, die Krönungen, die Liturgie, die Marienkirche, die Wallfahrtskirche mit ihrem Reliquienschatz und die Textilien. Das Lotharkreuz, ein ottonisches Vortragekreuz aus der Zeit um 985, wird bis heute zu besonderen Anlässen gottesdienstlich verwendet. In seiner Mitte sitzt ein Kameo mit dem römischen Kaiser Augustus. Und dann liegt hier das sogenannte Jagdmesser Karls des Großen aus dem achten Jahrhundert. Es ist neben dem Petrusmesser aus dem Bamberger Domschatz das einzig bekannte mittelalterliche Messer, das oberirdisch verwahrt wurde. Es ist aus damasziertem Eisen gefertigt, und die Scheide aus Leder trägt in angelsächsischen Großbuchstaben die Inschrift: Byrhtsige hat mich gefertigt.

Kurzfassung

Sie stehen in der Aachener Domschatzkammer. Sie zeigt den Kirchenschatz des Doms in Räumen am Kreuzgang und gehört zu den bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kulturschätze der Welt. Die heutigen Räume wurden 1979 eröffnet. 1978 kam die Sammlung mit dem Dom auf die Unesco-Welterbeliste.

Für Kinder

Du stehst in der Schatzkammer des Doms. Hier liegen mehr als einhundert kostbare Dinge: Kreuze aus Gold, Figuren, Bücher und alte Stoffe. Lange lagen sie nicht in einem Museum, sondern in einem Schrank. Der Schatz zog oft um, weil man einen sicheren und trockenen Platz suchte. Erst 1931 bekam er einen eigenen Raum, und 1979 die Räume, in denen du jetzt stehst. Suche das Lotharkreuz. Es ist über tausend Jahre alt, und in seiner Mitte sitzt ein Stein mit dem Gesicht eines römischen Kaisers.

Quellen

Koordinaten: 50.775036111, 6.082816666 · auf der Karte

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