Sie stehen vor Schloss Osterstein, dem ehemaligen kurfürstlichen Stadt- und Residenzschloss der Wettiner. Die Anlage liegt im nordöstlichen Teil der Altstadt, nur wenige Dutzend Meter von der Zwickauer Mulde entfernt. Burggraben und hohe Mauern, die bis ins 19. Jahrhundert standen, lassen vermuten, dass es ursprünglich eine Wasserburg war. Der Bau einer ersten befestigten Anlage wird ins Ende des 12. oder an den Beginn des 13. Jahrhunderts gelegt. Dass sie 1292 erstmals als Castrum Czwickaw genannt worden sei, halten zwei Fachleute für fragwürdig. Beim Stadtbrand von 1403 wurde die Burg stark beschädigt, von 1404 bis 1407 abgerissen und unter Markgraf Wilhelm I. von Meißen besser befestigt wiedererrichtet. 1517 und 1518 nutzte Johann sie als Ausweichresidenz, weil in Weimar die Pest herrschte. Martin Luther soll hier 1522 gepredigt haben. Von 1587 bis 1590 baute Kurfürst Christian I. die Anlage nach Plänen des Landbaumeisters Hans Irmisch zu einem Renaissanceschloss um. Mit diesem Umbau wurde der Name Osterstein gebräuchlich. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war der Name Schloss Weißenstein in Verwendung. Nur vierzig Jahre später, 1632, war das Schloss im Dreißigjährigen Krieg so verwüstet, dass es dreißig Jahre unbewohnt blieb. Dann der große Bruch: Von 1770 bis 1775 wurde das Schloss zur Strafanstalt umgebaut, dem späteren Zuchthaus Zwickau. Von 1860 bis 1864 kam ein Zellenhaus in Kreuzform dazu. Zu den Häftlingen zählten Karl May, August Bebel, Rosa Luxemburg und Martin Hoop. Ab März 1933 war es kurzzeitig ein sogenanntes Schutzhaftlager, ein Konzentrationslager, von 1934 bis 1945 wieder Zuchthaus. In der DDR-Zeit wurden hier erneut Andersdenkende inhaftiert. Am 31. Dezember 1962 endete nach 187 Jahren die Geschichte als Strafanstalt. Danach nutzte man es unter anderem als Waschanstalt, als Archiv eines Steinkohlenunternehmens und als Magazin. Ab den 1980er Jahren verfiel es, neue Nutzungskonzepte scheiterten. Das Zellenhaus wurde Mitte der 1990er Jahre abgerissen. Ein Förderverein sammelte ab 2004 Spenden. Nach Notmaßnahmen am Dach wurde das Schloss gerettet. Die Grundsteinlegung zur Restaurierung war am 3. November 2006, das Richtfest am 9. September 2007. Die ersten Bewohner zogen am 11. November 2008 ein. Seitdem bietet das Schloss Appartements für betreutes Wohnen. Im Kreuzganggewölbe öffnete am 8. Oktober 2016 die Mauritius Schloss Schenke. Auch die Große Hofstube blieb erhalten, mit etwa 175 Quadratmetern der größte original erhaltene Raum des 16. Jahrhunderts im Schloss. Schriftliche Quellen berichten, dass hier an zwanzig Tischen gleichzeitig gegessen wurde.
Sie stehen vor Schloss Osterstein, dem ehemaligen kurfürstlichen Stadt- und Residenzschloss der Wettiner. Zwischen 1587 und 1590 wurde es zum Renaissanceschloss umgebaut. Ab den 1770er Jahren diente es bis 1962 als Strafanstalt. Heute gibt es hier betreutes Wohnen.
Du stehst vor einem alten Schloss. Es heißt Schloss Osterstein. Es war das Schloss der Kurfürsten aus dem Haus Wettin. Später war es ein Gefängnis, 187 Jahre lang, bis 1962. Auch bekannte Menschen saßen hier ein, zum Beispiel Karl May. Es verfiel beinahe. Dann haben Menschen Spenden gesammelt und es gerettet. Heute gibt es hier Wohnungen für betreutes Wohnen. Und im Schloss gibt es eine große Gewölbehalle, die Große Hofstube. Dort wurde früher an zwanzig Tischen gleichzeitig gegessen. Wie viele Leute passen da wohl hin?
Koordinaten: 50.721, 12.5004 · auf der Karte