Sie stehen vor der Katharinenkirche, einer spätgotischen Hallenkirche im Nordosten der Altstadt. Die Kirche gehört der evangelisch-lutherischen Nicolai-Kirchgemeinde. Zuerst die Bauzeit. Es gab einen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert, von dem nur spärliche Reste im heutigen Bau stecken. Wikidata nennt 1212. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe, das 12. Jahrhundert, und sage dazu, dass es zwei gibt. Vom älteren Westbau ist nur der Turm übrig. Er steht asymmetrisch vor dem Hallenbau. Um 1300 kam am Chor die achteckige Sakristei dazu, noch vor der Mitte des 14. Jahrhunderts der Chor mit geradem Ostschluss. Dann der Stadtbrand von 1403. Danach wurde das Kirchenschiff durch die heutige Hallenkirche ersetzt, bis etwa 1480 vollendet. Das Hauptbaugestein, außen wie innen, ist der Zwickauer Sandstein. Schauen Sie hinauf zu den Fenstern des Langhauses: Sie tragen reiches spätgotisches Maßwerk, der Chor wirkt dagegen schlicht. Im Inneren spannen sich über schlanke Achteckpfeiler besondere Gewölbe. Im Mittelschiff ist es ein Parallelrippengewölbe, im nördlichen Seitenschiff sind es Sterngewölbe, im südlichen eine besonders kunstvolle Form mit einem Kreuz aus gebogenen Rippen in jedem Joch. Die Sakristei erinnert mit ihrem Schirmgewölbe über einem Mittelpfeiler entfernt an Kapitelsäle der englischen Gotik. Der Flügelaltar im Chor stammt aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren. Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann schenkten ihn 1518 der Kalandbruderschaft der Marienkirche, an der wir angefangen haben. Ungewöhnlich ist das Hauptbild: Es zeigt die Fußwaschung der Jünger durch Jesus. Bei geschlossenem Altar sieht man auf den Standflügeln die heilige Kunigunde mit ihrem Gemahl, Kaiser Heinrich II. Eine Figur des auferstandenen Christus von 1497 und 1498 schuf Peter Breuer, den Sie vom Gymnasium kennen. Die Kanzel von 1538 ist ein Werk Paul Specks. Die Orgel stammt von der Firma Jehmlich aus dem Jahr 1967. Müntzer wirkte hier von 1520 bis 1521 als evangelischer Pfarrer. 1983 schuf Jürgen Raue seine Statue, 1989 wurde sie auf dem Kirchplatz aufgestellt. Daneben steht ein Sandsteinrelief mit apokalyptischen Reitern und sich erhebenden Bauern unter dem Regenbogen, ebenfalls von Raue. Die Kirche wurde mehrfach restauriert: 1852 bis 1856, wobei Teile des alten Westbaus verschwanden, 1885 bis 1891 durch Oskar Mothes und nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1967. 1989 legte man spätgotische Kalkmalereien im südlichen Seitenschiff frei.
Sie stehen vor der Katharinenkirche, einer spätgotischen Hallenkirche im Nordosten der Altstadt. Nach dem Stadtbrand von 1403 ersetzte man das Schiff, bis etwa 1480 war die Halle vollendet. Der Reformator Thomas Müntzer wirkte hier von 1520 bis 1521 als Pfarrer.
Du stehst vor der Katharinenkirche. Sie hat ein hohes Dach und einen Turm mit einem spitzen Helm. Vor sehr langer Zeit, im Jahr 1403, gab es in Zwickau einen großen Stadtbrand. Danach baute man hier eine neue, große Kirche, fertig um 1480. Im Chor steht ein Altar aus der Werkstatt des Malers Lucas Cranach. Und vor der Kirche steht die Statue von Thomas Müntzer. Er war hier Pfarrer, vor rund fünfhundert Jahren. Weißt du, was ein Pfarrer macht? Er predigt in der Kirche. Müntzer tat das 1520 und 1521.
Koordinaten: 50.720011097, 12.499119126 · auf der Karte