
Sie stehen vor dem Museum für Frühindustrialisierung. Es ist ein Standort des Museums Industriekultur Wuppertal und wurde am 23. Oktober 1983 eröffnet. Damals war es das erste sozialhistorische Museum, das die Industrialisierung zum Thema machte. Es zeigt nicht nur Maschinen, sondern fragt nach den Folgen: nach Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und der Entstehung der Arbeiterbewegung. Zu sehen sind Spinnmaschinen, Webstühle und andere Geräte der Textilherstellung, aber auch Maschinen der Metallverarbeitung und Färberei. Warum steht ein solches Museum hier? Weil im Tal der Wupper die Industrie früh begann. Die Herstellung von Textilien und deren Bleichung ist hier seit dem Jahr 1450 belegt. Garne wurden mit Wupperwasser auf den Talwiesen gebleicht und dann gefärbt. 1527 verlieh Herzog Johann III. von Jülich-Cleve-Berg den Elberfeldern und Barmern das Privileg der Garnnahrung, das ausschließliche Recht, im Herzogtum Berg Garne und Tücher zu färben, zu weben und zu wirken. 1549 wird das Lindtwirken erwähnt, das Weben von Bändern. Um 1750 folgten die ersten von Hand angetriebenen Flechtmaschinen, die Riemengänge. Ab 1780 liefen sie mit Wasserkraft. Vier Dinge gab es in der Gegend: Eisenerz, Kohle, Holz und Wasser. Calvinistische Familien stellten im 18. Jahrhundert einen großen Teil der Unternehmerschaft, und ein heimischer Banksektor finanzierte ihre Investitionen. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Region eines der größten Wirtschaftszentren des europäischen Kontinents. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Barmen und Elberfeld bedeutender als Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf. Nun zum Haus. Das Museum steht in zwei authentischen Gebäuden. Die Kannegießersche Fabrik wurde 1895 von dem Kolonialwarenhändler Ernst August Kannegießer als Lager gebaut. Eine Fabrik war sie nie. Die Reddehasesche Remise, um 1900 errichtet, ist ein früher Stahlbetonbau. Dort konnte man Pferde mieten, die vor allem für den Warentransport vom nahen Barmer Bahnhof gebraucht wurden. Die Dauerausstellung lief zunächst nur in der Kannegießerschen Fabrik, erst 2004 kam die wesentlich größere Remise hinzu. 2024 wurde ein Besucherzentrum eröffnet, das die beiden bisher getrennten Museen verbindet, und am 9. Mai 2026 öffnete das Museum mit einer neu konzipierten Dauerausstellung.
Sie stehen vor dem Museum für Frühindustrialisierung. Es zeigt, wie sich im Tal der Wupper früh die Industrie entwickelte, und fragt nach ihren sozialen Folgen. Eröffnet wurde es am 23. Oktober 1983. Damals war es das erste sozialhistorische Museum, das die Industrialisierung zum Thema machte.
In diesem Museum geht es um die Zeit, als in Wuppertal die Industrie entstand. Du siehst alte Webstühle und Spinnmaschinen. Und es geht darum, wie die Menschen damals arbeiten mussten, auch Kinder. Schon seit dem Jahr 1450 wurde hier im Tal Garn gebleicht, mit dem Wasser der Wupper, auf den Wiesen. Danach wurde es gefärbt. Das Gebäude, in dem das Museum steht, heißt Kannegießersche Fabrik. Aber es war nie eine Fabrik, sondern ein Lager. Wo wurde dein T-Shirt gemacht, und aus welchem Stoff ist es?
Koordinaten: 51.2661, 7.18989 · auf der Karte