Stadtohr

Stadtrundgang Wuppertal · Station 12 von 15

Kurbad Friedrich-Engels-Allee

1902 · bad, stadtgeschichte, umnutzung, nachkriegszeit

Kurbad Friedrich-Engels-Allee
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Kurbad an der Friedrich-Engels-Allee, einem ehemaligen Stadtbad. Es war eine der letzten Badeanstalten, und in dieser Form wurde es fast hundert Jahre lang betrieben. Das Schwimmbecken maß 10,5 mal 25 Meter und hatte einen Schwimmer- und einen Nichtschwimmerbereich. Die Geschichte beginnt 1890, mit dem kleinen Bad eines privaten Unternehmers, das nur Wannenbäder anbot. 1895 kaufte die Stadt Barmen das Grundstück samt Gebäude. Nach umfangreichen Umbauten und dem Einbau eines Schwimmbeckens eröffnete sie die Badeanstalt im April 1902. Zu den Attraktionen gehörte eine FKK-Sonnenfläche auf dem Dach, durch einen Zaun aus Rohrgeflecht vor fremden Blicken geschützt. Das Bad wurde stark von Schwimmvereinen genutzt, darunter der Schwimmerbund Barmen und der Arbeiter-Schwimmer-Bund. Letzterer wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. In der Nacht vom 29. zum 30. Mai 1943 wurde das Bad beim Luftangriff auf Barmen erheblich beschädigt, der Eingangsbereich völlig zerstört. Bis 1946 ruhte der Betrieb, dann ermöglichte ein Notdach ihn wieder. Das Bad wurde in veränderter Form aufgebaut und im März 1955 mit renovierter Fassade und Vorhalle wiedereröffnet. Dazu kamen medizinische Bäder und eine Sauna. Die Wannenbäder schloss man in den 1980er Jahren mangels Nachfrage, die medizinischen Bäder und Massagen am 1. Juni 1998. Im Jahr 2004 zählte man noch 93.201 Besuche. Bei einem geschätzten Zuschussbedarf von 479.000 Euro für das Jahr 2003 wurde die Schließung beschlossen. Im Juni 2005 stellte man Risse im Becken fest, die Reparatur war der Stadt zu teuer, und im Oktober 2005 stand die Aufgabe des Bades endgültig fest. Im Juni 2007 wurde bekannt, dass die Stadt das Gebäude an die Essener Firma Kellermann & Partner verkauft hatte, ein Unternehmen für Großküchentechnik. Der Kaufpreis betrug nach Presseberichten 70.000 Euro. Die neuen Betreiber mussten erheblich in Sanierung und Umbau investieren, die Fassade zur Friedrich-Engels-Allee wurde rot aufgefrischt. Geplant waren eine Delikatessen-Gastronomie und am Standort des Schwimmbads eine Musik-, Kultur- und Kunstbühne. Die Pläne für eine Eventfläche scheiterten aber an zu wenigen Parkplätzen. Der Portalbereich wurde in Büros und eine Wohnung umgebaut. Im November 2020 zog das Montessori Kinderhaus Altes Kurbad in den Teil zur Wittensteinstraße.

Kurzfassung

Sie stehen am Kurbad an der Friedrich-Engels-Allee, einem ehemaligen Stadtbad. Die Stadt Barmen eröffnete die Badeanstalt im April 1902. Das Schwimmbecken war 10,5 mal 25 Meter groß. Nach fast hundert Jahren Badebetrieb wurde das Bad 2005 aufgegeben.

Für Kinder

Hier war früher ein Schwimmbad. Die Stadt Barmen eröffnete es im April 1902. Das Becken war 25 Meter lang und 10,5 Meter breit. Auf dem Dach gab es eine Fläche zum Sonnen, mit einem Zaun aus Rohrgeflecht, damit niemand zusehen konnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bad bei einem Luftangriff stark beschädigt. Danach wurde es repariert und 1955 wieder eröffnet. Später kostete das Bad die Stadt viel Geld, und im Becken zeigten sich Risse. 2005 wurde das Bad aufgegeben. Heute ist im Haus ein Kinderhaus. Gehst du gern schwimmen?

Quellen

Koordinaten: 51.2655, 7.18644 · auf der Karte

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