Stadtohr

Stadtrundgang Wuppertal · Station 10 von 15

Adlerbrücke

1868 · brücke, eisen, denkmalschutz, wupper

Adlerbrücke
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen an der Adlerbrücke. Sie führt über die Wupper und verbindet die Straße Unterdörnen im Norden mit der Friedrich-Engels-Allee im Süden, in Höhe des Historischen Zentrums mit dem Haus Barthels und dem Engels-Haus. Schauen Sie auf die Konstruktion: Es ist eine schmiedeeiserne Gitterträgerbrücke aus dem Jahr 1868. Die Hauptträger liegen außen. Quer- und Hauptträger sind aus Winkelprofilen und Blechen zusammengenietet. Die Spannweite misst 26,4 Meter, die Breite zwischen den Hauptträgern 8,44 Meter. Unter dem Asphalt liegt ein Holzbohlenbelag. Es war die erste eiserne Brücke über die Wupper, sie kostete einschließlich eines neuen Bollwerks 12.000 Taler. Dieser Brückentyp war zwischen 1850 und 1870 sehr verbreitet, vor allem bei den ersten Eisenbahnstrecken am Rhein und seinen Nebenflüssen. Die Adlerbrücke ist neben der Hundebrücke in Essen-Kupferdreh das letzte erhaltene Beispiel einer Gitterträgerbrücke im Rheinland. Und der Name? Auf den Zinnen der vier ursprünglichen Eckpfeiler aus Grauwacke stand jeweils ein gusseiserner Adler. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verschwanden die Vogelfiguren, wahrscheinlich wurden sie für die Kriegsproduktion eingeschmolzen. Seit dem Jahr 2000 galt die Brücke als Sanierungsfall. Ab August 2010 wurde sie ganz gesperrt, nachdem eine Routinekontrolle Schäden festgestellt hatte: Morsche Holzbohlen unter dem Asphalt hatten den Untergrund um rund zehn Zentimeter absacken lassen. Eine Sanierung wurde auf 580.000 Euro geschätzt, ein Abriss auf 50.000 bis 70.000. Wegen der schlechten Haushaltslage erwog die Stadt den Abriss. Doch in der Öffentlichkeit mehrten sich Stimmen für den Erhalt, und der eigens gegründete Förderverein IG Adlerbrücke sammelte in kurzer Zeit genügend Spendenzusagen für den städtischen Eigenanteil. Die Sanierung kostete am Ende 780.000 Euro, dazu gaben der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Fördermittel. Im Dezember 2015 begann sie, am 3. August 2017 wurde die Brücke für Fußgänger und Radfahrer wiedereröffnet. Und die Adler? Am 12. Oktober 2019 bekam die Brücke zwei neue, je 140 Kilogramm schwer, in China nach Originalformen gegossen. Sie stehen auf 3,25 Meter hohen neogotischen Säulen, finanziert ohne öffentliche Gelder: Sponsoren brachten mehr als 40.000 Euro auf. Die Station Adlerbrücke der Schwebebahn gleich nebenan trägt den Namen dieser Brücke.

Kurzfassung

Sie stehen an der Adlerbrücke, einer Straßenbrücke über die Wupper in Barmen. Die schmiedeeiserne Gitterträgerbrücke stammt aus dem Jahr 1868 und war die erste eiserne Brücke über die Wupper. Sie ist das letzte erhaltene Beispiel ihrer Art im Rheinland. Bis 2017 wurde sie saniert.

Für Kinder

Diese Brücke führt über die Wupper, den Fluss in Wuppertal. Sie ist aus Eisen und wurde 1868 gebaut. Es war die erste eiserne Brücke über die Wupper. Früher saß auf jedem der vier Eckpfeiler ein Adler aus Gusseisen. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verschwanden sie. Die Brücke war lange kaputt und sogar gesperrt, weil morsche Holzbohlen unter dem Asphalt lagen. Viele Menschen spendeten Geld, damit sie nicht abgerissen wird. Seit 2019 stehen zwei neue Adler auf der Brücke, in China gegossen, je 140 Kilogramm schwer. Findest du sie?

Quellen

Koordinaten: 51.2669, 7.18944 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.