Stadtohr

Stadtrundgang Würzburg · Station 16 von 16

Martin von Wagner Museum

1832 · universitätsmuseum, antikensammlung, schenkung, vasen

Ausführlich

Wir sind zurück, wo wir angefangen haben. Sie stehen am Südflügel der Würzburger Residenz, vor dem Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg. Das ist ein guter Abschluss, denn dieser Rundgang hat von Fürstbischöfen erzählt, von Mönchen, von Baumeistern, von einer Wirtin und von einem Physiker. Dieses Museum erzählt von den Leuten, die das alles aufgehoben haben. Es wurde 1832 gegründet und ist das älteste Museum der Region. Es beherbergt die Kunstsammlungen der Julius-Maximilians-Universität, die in der Tradition der 1402 gegründeten Hohen Schule zu Würzburg steht und damit die älteste Universität Bayerns ist. Seit 1963 liegt das Museum hier im Schloss. Die Gründungsgeschichte ist kein Heldenstück, und das macht sie interessant. Ab 1815 hielt Franz Joseph Fröhlich kunsthistorische Vorlesungen, verbunden mit einer kritischen Betrachtung vorhandener Kunstwerke. Das bedeutet: Er brauchte Originale zum Anschauen. 1832 richtete der Universitätsreferent Maximilian Joseph Freiherr von Zu Rhein deshalb ein Ästhetisches Attribut ein, und zwar gegen den Willen des Senats. Das Museum, in dem Sie stehen, entstand gegen einen Beschluss. 1857 kam die Wendung. Der deutschrömische Maler und Bildhauer Johann Martin von Wagner, geboren 1777 in Würzburg, gestorben 1858, stiftete der Universität seine Sammlung antiker und moderner Werke. Aufgebaut hatte er sie neben seiner Tätigkeit als Kunstagent des bayerischen Königs Ludwig I. in Rom. Und nun der Grund für die Schenkung, der kaum zu überbieten ist: Er spendete sie als Dank für die ständige Freistellung von seinem Dienst als Professor für Zeichenkunst, den er nie angetreten hatte. Ein Mann bedankt sich dafür, fünfzig Jahre lang nicht arbeiten zu müssen, und zahlt mit einer Weltsammlung. Damit kamen Werke wie der Kentaurenkopf vom Parthenon und die Madonna del Bambino Vispo in die Bestände, dazu tausende Handzeichnungen und Kupferstiche italienischer Meister. Was Sie heute sehen können, hat drei Teile. Die Antikensammlung reicht vom dritten Jahrtausend vor Christus bis in die Spätantike, mit Schwerpunkt Griechenland. Ihre Sammlung griechischer Vasen ist die drittgrößte in Deutschland, etwa fünftausend Objekte. Die Gemäldegalerie zeigt deutsche, niederländische und italienische Gemälde vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, dazu Skulpturen von Tilman Riemenschneider und aus seiner Schule. Damit begegnen Sie ihm zum letzten Mal an diesem Tag. Die Graphische Sammlung ist aus konservatorischen Gründen unter Verschluss, umfasst aber rund sechzehntausend Handzeichnungen und vierzehntausend Blatt Druckgraphik, unter anderem von Albrecht Dürer. Damit sind wir am Ende. Das Schloss, vor dem wir angefangen haben, ist zugleich das Haus, in dem fünftausend Jahre Kunst aufbewahrt werden. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen am Südflügel der Residenz, vor dem Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg. Es wurde 1832 gegründet und ist das älteste Museum der Region. Seit 1963 liegt es hier im Schloss. Benannt ist es nach Martin von Wagner, der der Universität 1857 seine Kunstsammlung überließ.

Für Kinder

Jetzt bist du wieder da, wo der Rundgang angefangen hat: am großen Schloss. In einem Teil davon ist ein Museum der Universität. Hier liegen Sachen, die über fünftausend Jahre alt sind, zum Beispiel sehr viele griechische Vasen, also alte Tonkrüge. Das Museum heißt nach Martin von Wagner. Er war Maler und lebte über fünfzig Jahre in Rom. Eigentlich sollte er in Würzburg Zeichnen unterrichten, aber er hat damit nie angefangen. Zum Dank schenkte er der Universität seine ganze Sammlung. Welche Station hat dir am besten gefallen?

Quellen

Koordinaten: 49.7927, 9.93926 · auf der Karte

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