Willkommen in Worms. Diese Stadt am linken Rheinufer wurde von den Römern gegründet und wetteifert mit Augsburg, Trier und Kempten um den Titel der ältesten Stadt Deutschlands. Bekannt ist sie als Nibelungenstadt, als Lutherstadt und für ihren Dom. Mit ihm beginnen wir. Sie stehen auf dem höchsten Hügel der Stadt, etwa zehn Meter über dem Normalwasserspiegel des Rheins. Schon die Römer besetzten diese Lage mit öffentlichen Bauten. Bei Renovierungsarbeiten 1906 und 1907 kamen römische Fundamente zutage. Gustav Behrens veröffentlichte sie 1938 und deutete sie als das Forum von Borbetomagus, wie die Stadt damals hieß. Heute sieht man das skeptisch, denn die Fundamente ließen sich auch zu einem Tempel ergänzen. Der Dom, den Sie sehen, ist ein Neubau des 12. Jahrhunderts. Sein Vorgänger stammte von Bischof Burchard I.: Der wurde im Jahr 1000 Bischof, ließ die alte Hauptkirche niederlegen und den Dom beginnen. 1018 wurde er in Anwesenheit des Kaisers geweiht, zwei Jahre später stürzte der westliche Baukörper ein. Um 1130 ließ Burchard II. den Dom abreißen, vermutlich wegen schwerer Bauschäden. Bis etwa 1144 entstand der Ostbau mit den Flankentürmen und dem achteckigen Vierungsturm. Langhaus und Westbau folgten zwischen 1160 und 1181, und am 2. Mai 1181 weihte Konrad II. den Dom. Schauen Sie die Seiten des Langhauses entlang: Sie sind auffällig schmucklos. Chor, Querhaus und Türme sind dagegen reich verziert. Seine Bauzeit fällt mit der ersten Phase der Gotik in Frankreich zusammen. Spitzbogige Rippengewölbe gibt es im Querhaus und im Mittelschiff, aber bei Arkaden, Portalen und Fenstern blieb man strikt bei romanischen Rundbögen. Der vieleckige Grundriss des Westchors wurde zum Vorbild für die Gotik. Noch eine Zahl: Der Ostbau ist das erste Bauwerk, an dem die Steinmetze durchgängig Steinmetzzeichen verwendeten. Ein Forscher hat am ganzen Gebäude 234 verschiedene dokumentiert, ein anderer merkt an, dass einige davon bloße Varianten sein können. Große Ereignisse hängen an diesem Haus: 1048 die Nominierung Papst Leos IX., 1122 das Wormser Konkordat, das den Investiturstreit beendete, und 1235 die Hochzeit Kaiser Friedrichs II. mit Isabella von England. Als das Bistum Worms von 1801 bis 1827 schrittweise aufgelöst wurde, war der Dom keine Bischofskirche mehr. 1862 wurde er Propsteikirche, 1925 erhielt er den Titel einer Basilica minor. Und er wirkte über Worms hinaus: Die Hauptsynagoge in Straßburg, 1896 bis 1898 errichtet, war in ihrer Gestaltung dem Wormser Dom nachempfunden. Damit sind wir beim jüdischen Worms, zu dem wir als Nächstes gehen.
Sie stehen vor dem Wormser Dom St. Peter. Er wurde im Wesentlichen von 1130 bis 1181 erbaut und ist der kleinste und schlankste der drei rheinischen Kaiserdome. Er steht auf dem höchsten Punkt der Innenstadt. Seit 1925 trägt er den Titel einer Basilica minor.
Du stehst vor dem Dom von Worms. Er steht auf dem höchsten Hügel der Stadt, etwa zehn Meter über dem Rhein. Gebaut wurde er im Wesentlichen von 1130 bis 1181. Das sind mehr als fünfzig Jahre. Die Steinmetze benutzten hier zum ersten Mal an einem ganzen Bauwerk Steinmetzzeichen. 234 verschiedene Zeichen hat ein Forscher gezählt. Schau dir die Seiten der Kirche an: Dort ist kaum Schmuck. Die Türme und der Chor sind dagegen reich verziert. Vergleiche beides. Was gefällt dir besser?
Koordinaten: 49.630277777, 8.359722222 · auf der Karte