Sie stehen auf dem Ludwigsplatz, einer Freifläche im Norden der Altstadt. Über seinen östlichen Rand führt die Kämmererstraße, einst Teil der wichtigsten Nord-Süd-Achse der Stadt, heute der zentrale Teil der Fußgängerzone. In der frühen Neuzeit nahm die Lambertuskirche den Platz teils ein, teils ihr Friedhof. 1689 wurde die Kirche im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Später hieß die Fläche Martinsplatz und diente teils als Exerzierplatz, teils lagen private Gärten darauf. 1894 plante die Stadt sie neu. Der Stadtbaumeister Karl Hofmann entwarf ein Denkmal für den 1892 verstorbenen Großherzog Ludwig IV. von Hessen und für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs. Davon bekam der Platz seinen Namen. Es besteht aus einem Obelisken aus Muschelkalk zwischen zwei Löwen, dem hessischen Wappentier. Gegenüber legte man erstmals einen Park an, mit einem Teich und einer Fontäne. Dann kamen die Frösche. Die Wasseranlagen verschlammten, Kröten und Frösche machten sich geräuschvoll bemerkbar. Das Hochbauamt ließ je einen Laubfrosch im Becken und in den Anlagen fangen und hoffte, damit die Ursache des ruhestörenden Lärms beseitigt zu haben. Auch die Fontäne war zu teuer: Ab 1900 lief sie statt fünf bis sechs Stunden täglich nur noch von 11 bis 13 Uhr. Im Zweiten Weltkrieg ging der Park unter. Der Teich diente als Feuerlöschteich und wurde danach mit Trümmerschutt verfüllt. Die Löwen kamen Mitte der 1960er Jahre an einen anderen Ort, der Obelisk wurde 1974 abgetragen. 1991 baute man das Denkmal in vereinfachter Form wieder auf. 1974 entstand unter dem Platz die Tiefgarage, ganz im Sinne der autogerechten Stadt: 305 Stellplätze auf fünf Ebenen, dazu 60 an der Oberfläche. Das waren nur etwa 75 Prozent der vereinbarten Zahl. Es folgte ein zehnjähriger Rechtsstreit, an dessen Ende die Stadt die Garage übernahm. Sie war nicht wasserdicht und wurde, wie es heißt, zur größten Tropfsteinhöhle Rheinhessens. Als der Platz einen neuen Belag bekam, musste es indischer Granit sein. Die Abdeckung war für 90 Kilogramm je Quadratmeter ausgelegt, der Granit wiegt 400. Seitdem ist auf dem Platz nur noch Fußgängerverkehr möglich. Zum 30. Juni 2022 wurde die Garage endgültig geschlossen. Am 19. Juli 2022 beschloss der Stadtrat, sie zu verfüllen. Das soll aus Geldmangel erst in einigen Jahren geschehen.
Sie stehen auf dem Ludwigsplatz im nördlichen Bereich der Wormser Altstadt. Heute gehört er zur Fußgängerzone. Seinen Namen erhielt er 1894 durch ein Denkmal für Großherzog Ludwig IV. von Hessen. Unter dem Platz liegt eine Tiefgarage, die 2022 geschlossen wurde.
Du stehst auf dem Ludwigsplatz. Früher gab es hier einen Park mit einem Teich und einer Fontäne. Die Frösche im Teich waren so laut, dass die Stadt einschritt und Laubfrösche fangen ließ. Die Fontäne war auch zu teuer. Deshalb lief sie ab 1900 nur noch von 11 bis 13 Uhr. Heute liegt unter dem Platz eine große Tiefgarage. Sie ist nicht wasserdicht, und Wasser tropft hinein. Seit 2022 ist sie geschlossen. Was würdest du aus diesem Platz machen?
Koordinaten: 49.632954, 8.36324 · auf der Karte