Stadtohr

Stadtrundgang Wismar · Station 2 von 16

Wassertor

1450 · stadttor, hafen, stadtbefestigung, stummfilm

Ausführlich

Sie stehen am Wassertor, am Ende der Straße Spiegelberg. Es liegt im Nordwesten der Altstadt und wurde 1450 errichtet, zur Zeit des Ausklangs der Gotik. Es ist ein Hafentor im Stil der Backsteingotik, und es ist das letzte erhaltene von ehemals fünf Stadttoren. Welche waren die anderen? Das Poeler Tor im Norden, auch Haraldstor genannt, nach der Insel Poel. Das Mecklenburger Tor im Süden. Das Lübsche Tor im Westen. Und das Altwismartor, auch Rostocker Tor genannt, im Osten. Das waren Landtore. Das Wassertor war das einzige Strand- oder Hafentor. Hier gelangte man direkt vom Hafen in die Stadt. Schauen Sie auf die beiden Seiten. Die Stadtseite trägt einen Treppengiebel mit Zinnen und sechs schmalen Blendbögen, auf drei Etagen sitzen schmale, hohe Lichtdurchlässe. Oberhalb des Torbogens läuft ein weißes Band. Die Hafenseite hat seit einem Umbau im Jahr 1600 einen Dreiecksgiebel mit drei breiten Blendbögen. Zwischen den Giebeln steht ein quadratischer Turm mit Satteldach. Und suchen Sie die Wappen. Über dem Spitzbogen sitzen auf jeder Seite zwei. Auf der Hafenseite sind sie nach innen geneigt: links das gespaltene Stadtwappen mit dem halben mecklenburgischen Stierkopf und den vier silber-rot-silber-roten Balken, rechts das alte Stadtwappen mit den vier Balken. Auf der Stadtseite hängt das alte Wappen zweimal, heute ungeneigt. Früher war die Anordnung wie auf der Hafenseite. Die Stadtmauer, die 1276 die erste Siedlungsphase abschloss, umschloss alle Viertel. Ihr Verlauf bildet noch heute die Begrenzung der Altstadt. Doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im Zuge der industriellen Entwicklung, wurden 1869 und 1870 Stadtmauer, Mauertürme und Stadttore bis auf wenige Überreste abgerissen. Das Wassertor blieb. Ein weiteres Relikt der Befestigung ist der Alte Wasserturm, zu dem wir noch kommen. Heute hat in dem Tor der Verein Club maritim seinen Sitz. Im Durchgang hängt eine Gedenktafel. Sie erinnert an Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu von 1922, für den zahlreiche Szenen in Wismar gedreht wurden.

Kurzfassung

Sie stehen am Wassertor. Es wurde 1450 gebaut und ist das einzige Hafentor der Stadt gewesen, durch das man direkt vom Hafen in die Stadt kam. Von ehemals fünf Stadttoren ist es das letzte erhaltene. Heute hat hier der Verein Club maritim seinen Sitz.

Für Kinder

Du stehst an einem Tor am Hafen. Früher hatte die Stadt fünf Tore, und nur dieses eine steht noch. Es war das einzige Tor am Wasser. Hier kam man direkt vom Hafen in die Stadt. Es wurde 1450 gebaut, aus Backstein, mit einem spitzen Bogen. In den Jahren 1869 und 1870 riss man die Stadtmauer und fast alle Tore ab. Dieses hier blieb stehen. Schau über den Torbogen. Dort sind Wappen. Wie viele findest du auf einer Seite? Es sind zwei.

Quellen

Koordinaten: 53.8964, 11.4613 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.