Stadtohr

Stadtrundgang Wismar · Station 1 von 16

Nikolaikirche Wismar

1381 · backsteingotik, kirche, seefahrer, welterbe

Ausführlich

Willkommen in Wismar. Wir beginnen an der Nikolaikirche, der Kirche der Seefahrer und Fischer. Wismar liegt an der Ostsee, am südlichen Ende der Wismarer Bucht. Die Stadtgründung wird auf 1226 geschätzt, 1229 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlungen um Sankt Marien und Sankt Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Das Kirchspiel Sankt Nikolai bestand schon vor der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Kirche, vor der Sie stehen, ist jünger. Im Quelle steht, dass um 1370 mit dem Bau begonnen wurde, die Einleitung und Wikidata nennen 1381. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. 1381 beauftragte der Rat Heinrich von Bremen mit der Fertigstellung des Chores. Er war ab 1379 Baumeister des Michaelisklosters in Lüneburg, und zahlreiche Formsteine aus Lüneburg wurden hier verbaut. Man erkennt sie an den Ziegelstempeln. 1459 war die Kirche so weit fertig, dass sie geweiht werden konnte. Von 1485 bis 1487 kamen die beiden oberen Turmgeschosse dazu. Schauen Sie hinauf. Der Turm ist vierundsechzig Meter hoch und trägt ein quer liegendes Satteldach. Ursprünglich muss man ihn sich fast doppelt so hoch vorstellen. Am 8. Dezember 1703 zerstörte ein außergewöhnlicher Sturm den Spitzhelm. Seine Teile durchschlugen das Dach und die Gewölbe des Mittelschiffs. Ein Gewölbe gab es hier erst 1867 wieder. Der Bau ist eine dreischiffige Basilika der norddeutschen Backsteingotik, aus rund drei Millionen Steinen. Anders als an der Georgenkirche sieht man hier das Strebewerk: Sechzehn Strebebögen halten das hohe Mittelschiff. Im Giebel der Südhalle sind Figuren in den Backstein eingefügt, die Mutter Gottes, der heilige Nikolaus, Drachen, Löwen und Menschenköpfe. Innen ist das Mittelschiff nur 10,50 Meter breit, aber siebenunddreißig Meter hoch. Das ist das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands. Die Marienkirche in Lübeck ist nur anderthalb Meter höher. Vieles in der Ausstattung kommt aus anderen Wismarer Kirchen. In der südlichen Vorhalle steht der Flügelaltar aus Sankt Georgen von etwa 1430. Mit zehn Metern Breite bei geöffneten Flügeln ist er das größte Retabel seiner Art im Ostseeraum.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Nikolaikirche, der Kirche der Seefahrer und Fischer. Sie wurde von 1381 bis 1487 erbaut und gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Ihr Mittelschiff ist siebenunddreißig Meter hoch, das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands.

Für Kinder

Du stehst vor einer sehr hohen Kirche aus Backstein. Seefahrer und Fischer haben sie gebaut, von 1381 bis 1487. Etwa drei Millionen Steine wurden dafür gebraucht. Kannst du dir so viele Steine vorstellen? Der Turm war früher fast doppelt so hoch wie heute. Dann kam im Jahr 1703 ein gewaltiger Sturm. Er riss die Turmspitze ab, und die Trümmer fielen durch das Dach in die Kirche. Heute liegt auf dem Turm ein Dach, das quer steht. Schau hinauf und suche es. Drinnen ist das Schiff der Kirche siebenunddreißig Meter hoch.

Quellen

Koordinaten: 53.8956, 11.4655 · auf der Karte

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