Sie stehen vor der Heiligen-Geist-Kirche, Ecke Lübsche Straße und Neustadt. Dieses Haus war Gotteshaus, Klinik und Herberge in einem. Es gehört zum Heiligen-Geist-Hospital, das Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet wurde. 1255 wurde die Genehmigung erteilt, eigene Gottesdienste abzuhalten und einen Kirchhof anzulegen. 1323 stellte man das Hospital unter päpstlichen Schutz. Mit dem Bau der Kirche begann man nach 1320, den Hauptaltar weihte 1326 Bischof Marquard von Ratzeburg. Es ist ein einschiffiger, schlichter Backsteinbau. Im Mittelalter lagen hier Obdachlose, Reisende, Pilger und Bedürftige, die Betten standen an den Längswänden. Die Lebensmittel zur Versorgung der Menschen kamen zum großen Teil aus großen landwirtschaftlichen Besitzungen und lagerten im Gewölbekeller unter der Westseite. 1411 wurde im Nordwesten das Lange Haus als Siechenhaus angebaut. Bis zur Reformationszeit war es zur Kirche hin offen, damit auch die Kranken am Gottesdienst teilnehmen konnten. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche nicht mehr als Wohnraum genutzt. Die Fürsorge für Kranke und Arme zog in das ehemalige Dominikanerkloster, das durch die Reformation frei geworden war. Im Langen Haus entstanden kleine Wohnungen für ältere Menschen. Schauen Sie auf die mächtigen Stützpfeiler an der Eingangsseite. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert, und es heißt, dass sie den Eindruck beeinträchtigen. Aus derselben Zeit stammen die Gauben und der Dachreiter. Innen wirkt der Raum hell und leicht. Über ihm liegt eine bemalte Holzbalkendecke aus dem 17. Jahrhundert, etwa vierzig Meter lang und vierzehn Meter breit. In 26 Bildern zeigt sie die biblische Geschichte, von der Erschaffung des Lichts über das Paradies und die Sintflut bis zum Turmbau zu Babel. Über hundert spielende Putten beleben das Blattwerk. Als Vorlage dienten Bilder von Matthäus Merian. Bei ihm erscheint Gott als Dreiecksauge, hier in leiblicher Gestalt. Älter ist das Deo-Gracias-Fresko aus dem frühen 14. Jahrhundert, 1968 freigelegt. Der lateinische Satz Deo Gracias, auf Deutsch Dank sei Gott, steht in einem Feld von 99 Buchstaben und lässt sich auf 504 Wegen lesen. Das Fresko gilt als bislang einmalig in Deutschland. Auf zwei Türflügeln wurden 1978 unter alten Farbschichten zwei Kraniche aus der Rokokozeit freigelegt. Nach Plinius gilt der Kranich als Wächter der Nacht, er soll einen Stein tragen, um nicht einzuschlafen.
Sie stehen vor der Heiligen-Geist-Kirche in der Lübschen Straße. Sie gehört zum Heiligen-Geist-Hospital, das Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet wurde. Hier wurden Kranke und Bedürftige gepflegt. Der Bau begann nach 1320, der Hauptaltar wurde 1326 geweiht.
Du stehst vor einer Kirche, die früher auch ein Krankenhaus war. Die Kirche war Gotteshaus, Klinik und Herberge zugleich. Kranke, Arme und Reisende konnten hier bleiben, ihre Betten standen an den Wänden. Drinnen ist die Holzdecke bemalt. In 26 Bildern zeigt sie Geschichten aus der Bibel, und mehr als hundert kleine spielende Figuren, die Putten, beleben sie. In der Kirche ist auch ein Satz gemalt, den man auf 504 verschiedenen Wegen lesen kann: Deo Gracias. Das heißt: Dank sei Gott. Wie, glaubst du, findet man so viele Wege?
Koordinaten: 53.8919, 11.4614 · auf der Karte