Sie stehen am Alten Wasserturm. Er war ursprünglich ein Wehrturm der mittelalterlichen Befestigung der Stadt. Heute ist er neben dem Wassertor am Hafen und kleinen Resten der Stadtmauer das letzte steinerne Zeugnis einer Wehranlage. Warum wurde aus einem Wehrturm ein Wasserturm? Das hat mit 1675 zu tun. Die Schweden hatten eine Allianz mit Ludwig XIV. von Frankreich gegen Brandenburg-Preußen geschlossen. Bei Fehrbellin erlitten sie am 18. Juni 1675 eine vernichtende Niederlage. Der brandenburgische Kurfürst überließ den Dänen die kriegerische Einnahme Wismars. Am 16. Dezember 1675 zog der dänische König Christian V. in die Stadt ein, nachdem ihm der Rat hatte huldigen müssen. Dabei war Wismar seit 1632 zu einer der stärksten Festungen Europas ausgebaut worden. Aber die Dänen überwanden den Widerstand durch die Trennung der Wasserleitungen. Seit Erbauung der Wasserkunst auf dem Markt kam das Wasser durch hölzerne Leitungen aus einer Quelle bei einem Dorf. Etwas Süßwasser floss durch den künstlichen Kanal, die Grube, aber es reichte nicht. Nach dem Frieden von Saint-Germain 1679 und dem Abzug der dänischen Besatzung am 23. November 1680 wertete man die Schwachstelle aus. Die Lösung war der Umbau eines Wehrturms, der an einem Süßwasserzufluss lag. Bürgermeister Anton Scheffel beauftragte 1685 den Lübecker Jochen von Schwoll. Ein Göpelwerk, das mit Pferdekraft betrieben wurde, pumpte das Wasser in einen Behälter oben im Turm. Und die Lehre wurde 1715 noch einmal gezogen, als Wismar erneut belagert wurde. Man verband die Wasserkunst auf dem Markt und den Wasserturm an der Stadtmauer mit den hölzernen Leitungen. So hatte man eine doppelte Absicherung. Bis 1873 hat die Anlage funktioniert. Leistungsfähigere Anlagen machten sie überflüssig. Geblieben ist der Name Alter Wasserturm.
Sie stehen am Alten Wasserturm. Er war ursprünglich ein Wehrturm der Stadtbefestigung und wurde 1685 zum Wasserturm umgebaut. Neben dem Wassertor und Resten der Stadtmauer ist er das letzte steinerne Zeugnis der Wehranlage. Bis 1873 funktionierte die Anlage.
Dieser Turm war zuerst ein Wehrturm, mit dem man die Stadt verteidigte. Dann hat man ihn zu einem Wasserturm umgebaut. Warum? Im Jahr 1675 eroberten dänische Soldaten Wismar. Sie schnitten die Wasserleitungen ab, und die Stadt hatte nicht genug Wasser. Das sollte nie wieder passieren. Darum baute man den Turm 1685 um. Ein Göpelwerk, das Pferde antrieben, pumpte das Wasser in einen Behälter oben im Turm. Warum, glaubst du, ist Wasser für eine belagerte Stadt so wichtig?
Koordinaten: 53.8945, 11.4706 · auf der Karte