
Sie stehen vor dem Stadtschloss, auch Residenzschloss genannt. Es ist die ehemalige Residenz der Herzöge von Nassau am Schlossplatz. Der Architekt Georg Moller errichtete die klassizistische Zweiflügelanlage von 1837 bis 1841 für Herzog Wilhelm. An dieser Stelle stand seit dem frühen Mittelalter die Burg der Grafen von Nassau. Seit dem Mittelalter war dies das Zentrum und die politische Machtzentrale der Stadt. 1952 stieß man bei Ausgrabungen auf Reste einer Turmburg aus fränkischer Zeit. 1806 war Wiesbaden Hauptstadt des neuen Herzogtums Nassau geworden. Der Hof residierte aber zunächst im Biebricher Schloss am Rhein. In den 1830er Jahren kam die Überlegung auf, den Sitz in die Stadt zu verlegen. Zunächst sprach man über einen Bauplatz am Luisenplatz, schließlich wurde der zentrale Standort am Marktplatz gewählt, offiziell, um mehr Bürgernähe zu zeigen. 1837 wurde der Grundstein gelegt. Herzog Wilhelm erlebte die Fertigstellung nicht mehr, er starb am 20. August 1839 während der Kur in Bad Kissingen. Sein Sohn Adolf zog im November 1841 in das fertige Haus, bewohnte es aber nur im Winter. Im Sommer zog es ihn weiter nach Schloss Biebrich. 1844 heiratete Adolf die russische Prinzessin Elisabeth Michailowna. Sie starb am 27. Januar 1845 im Kindbett zusammen mit dem Kind. Zu ihrer Erinnerung ließ er als Grabeskirche die Russische Kapelle auf dem Neroberg errichten. Während der Märzrevolution 1848 versammelten sich am 4. März 30.000 Bürger auf dem Marktplatz, um die Neun Forderungen der Nassauer zu bekräftigen. Der Herzog versprach, sie zu erfüllen. 1866 wurde Nassau von Preußen annektiert und Herzog Adolf abgesetzt. 1890 wurde er Großherzog von Luxemburg. Nun nutzten die preußischen Könige das Schloss bei ihren Aufenthalten. Kaiser Wilhelm II. machte Wiesbaden zu seiner regelmäßigen Mai-Residenz, 1897 war er gleich dreimal zu Gast. Die Einwohnerzahl stieg von 35.500 im Jahr 1871 auf 109.002 im Jahr 1910. 1896 wurden ihm zu Ehren die Internationalen Maifestspiele ins Leben gerufen. Nach 1918 zog zunächst der Arbeiter- und Soldatenrat ein, dann das französische Oberkommando, ab 1925 die britische Armee. 1930 wurde das Schloss Museum. Am 1. Dezember 1946 tagte hier erstmals der Hessische Landtag, zunächst im Musiksaal, dem größten Saal des Hauses.
Sie stehen vor dem Stadtschloss, der ehemaligen Residenz der Herzöge von Nassau. Georg Moller errichtete die klassizistische Zweiflügelanlage von 1837 bis 1841. Später war es Residenz der preußischen Könige. Seit Dezember 1946 tagt hier der Hessische Landtag.
Du stehst vor einem Schloss, in dem ein Herzog wohnen sollte. Er hieß Wilhelm. Er ließ das Schloss bauen, starb aber, bevor es fertig war. Sein Sohn Adolf zog 1841 ein. Später kamen die Könige von Preußen, und Kaiser Wilhelm II. kam jedes Jahr im Mai. Heute sitzt hier der Landtag, das Parlament des Landes Hessen. Schon im Mittelalter stand an dieser Stelle eine Burg. Bei Ausgrabungen fand man Reste eines Turms. Wie viele Fenster zählst du am Schloss?
Koordinaten: 50.0822, 8.24139 · auf der Karte