Sie stehen am Burgplatz vor dem Weimarer Stadtschloss, und damit am Ende dieses Rundgangs. Dieses Haus hat viermal gebrannt, und nach jedem Brand trug es einen anderen Namen. Am Anfang stand eine Burg am Ufer der Ilm. Ab dem 10. Jahrhundert ist hier eine Wasserburg nachweisbar, Sitz der Grafen von Orlamünde. 1299 brannte die vermutlich größtenteils hölzerne Burg ab. Der Platz ging an die Wettiner, die neu bauten. Beim großen Brand von 1424, dem auch das erste Rathaus zum Opfer fiel, brannte die Burg erneut. Wilhelm der Tapfere ließ sie vollständig steinern wieder aufbauen und zog 1439 ein. Aus dieser Zeit stammt der Hausmannsturm, vor dem Sie stehen, und der anschließende Torbau, den die Hofdamen später spöttisch die Bastille nannten. Dann hieß das Schloss Hornstein, nach der nahen Erhebung Horn, und wurde 1513 offizielle Nebenresidenz der ernestinischen Wettiner. Ab 1535 bauten Konrad Krebs und Nikolaus Gromann, den Sie vom Cranachhaus kennen, die spätgotische Burg zum Renaissance-Schloss um; 1604 war es fertig, ein unregelmäßiges Oval um einen weiten Innenhof, rings von Wassergräben aus der Ilm. Am 24. August 1617 wurde hier die Fruchtbringende Gesellschaft gegründet. Am 2. August 1618, zeitgleich mit dem Beginn des Dreißigjährigen Kriegs, brannte das Schloss zur Hälfte nieder; Der Wiederaufbau begann 1619, fertig wurde aber nur ein Gebäude: die Kirche, geweiht 1630, danach ruhte der Bau kriegsbedingt. Diese Kapelle hieß nach ihrer Ausstattung Himmelsburg, und der Name war wörtlich gemeint. Über dem Altar stand ein Baldachin, der als Basis der Kanzel diente, und darüber öffnete sich, mit dem Kirchenraum durch ein Oberlicht verbunden, eine Capella mit der Orgel. Die Musik kam also von oben herab. Der junge Johann Sebastian Bach war hier von 1708 bis 1717 Organist und komponierte, von dieser Akustik angeregt, Werke für diesen Ort, darunter die Kantate Himmelskönig, sei willkommen. Seit Herzog Wilhelm IV., der sich 1651 der Bauruine annahm, heißt das Schloss Wilhelmsburg. Und nun der Brand, von dem Sie an diesem Rundgang mehrmals gehört haben. Am 6. Mai 1774 wurde die barocke Wilhelmsburg bis auf Turm, Torbau und Schlosskapelle vollständig zerstört. Danach zog Anna Amalia in das Wittumspalais, und die Jakobskirche vor der Stadtmauer wurde Hofkirche. Im März 1789 gründete Carl August die Schlossbaukommission, in der Goethe von Anfang an tatkräftig mitarbeitete. Goethe engagierte den Hamburger Architekten Johann August Arens, den er 1787 in Rom kennengelernt hatte. 1791 machten sich die Französische Revolution und finanzielle Engpässe bemerkbar, Arens verlor das Interesse, und Goethe führte die Arbeiten nach dessen Plänen fort. Der Bibliothekar aus der ersten Station dieses Rundgangs hat also auch dieses Schloss mitgebaut.
Sie stehen am Burgplatz vor dem Weimarer Stadtschloss, der ehemaligen Residenz der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die klassizistische Vierflügelanlage wurde ab 1789 unter Herzog Carl August errichtet. Erhalten aus älterer Zeit ist der 53 Meter hohe Hausmannsturm.
Hier endet dein Rundgang, an einem Schloss, das viermal gebrannt hat: 1299, 1424, 1618 und 1774. Nach jedem Brand baute man es wieder auf, und jedes Mal bekam es einen neuen Namen. Am ältesten ist der Turm vor dir, 53 Meter hoch. In der Schlosskirche spielte Johann Sebastian Bach die Orgel. Sie hing ganz oben, fast unter der Decke, und die Musik kam von oben herunter. Deshalb nannte man die Kirche Himmelsburg. Wer half später beim Wiederaufbau? Goethe, der auch die Bibliothek geleitet hat.
Koordinaten: 50.980277777, 11.332222222 · auf der Karte